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Neue Tagesbar in der Stuttgarter City: Denis Gugac will Sonnenseite des Marktplatzes beleben


Uwe Bogen 4 Min. Lesezeit News

Denis Gugac hat ein neues Traumobjekt gefunden – und das liegt auf der Sonnenseite des Stuttgarter Marktplatzes. Im ehemaligen Schuhhaus Bletzinger plant der vielseitige Gastronom eine neue Tagesbar. Ein Ort mit Geschichte, viel Potenzial und Erinnerungen an das legendäre Café Scholz.

Im Erdgeschoss des sanierten und aufgestockten Eckhauses am Stuttgarter Marktplatz soll dort, wo derzeit noch Baustelle ist, eine neue Tagesbar entstehen. Foto: Uwe Bogen

Die Sonnenseite des Stuttgarter Marktplatzes könnte bald einen neuen Anziehungspunkt bekommen. Im Erdgeschoss des ehemaligen Schuhhauses Bletzinger, direkt an der Ecke zur Münzstraße, plant der Stuttgarter Gastronom Denis Gugac eine neue Tagesbar. Das traditionsreiche Gebäude am Marktplatz 14 wurde aufwendig saniert und um zwei Etagen aufgestockt. Die Arbeiten am Haus sind inzwischen weitgehend  abgeschlossen. Lediglich die Räume im Erdgeschoss, in denen die Tagesbar entstehen soll, müssen noch ausgebaut werden.

Wann geht es los mit einer weiteren Marktplatz-Gastro nach Knitz, Ratskeller und Cotidiano vom Breuninger? „Wir befinden uns aktuell noch in der baurechtlichen Abstimmungsphase“, sagt Denis im Gespräch mit EchtStuttgart. „Daher lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch kein  Eröffnungstermin nennen.“

Was er aber schon jetzt verrät, klingt vielversprechend: „Die Sonnenseite des Marktplatzes hat es uns wirklich angetan. Wir sehen dort großes Potenzial für ein schönes neues gastronomisches Konzept mitten im Herzen Stuttgarts.“

Das legendäre Café Scholz befand sich direkt neben dem Schuhhaus Bletzinger. Foto: privat

Als die Sonnenseite des Marktplatzes zum Lieblingsplatz wurde

Wer schon länger in Stuttgart lebt, dürfte bei diesen Worten sofort an das legendäre Café Scholz denken und womöglich in Glücksgefühle verfallen. Es lag ebenfalls auf der Sonnenseite des Marktplatzes, nämlich direkt neben dem damaligen Schuhauses Bletzinger, und war für viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter weit mehr als nur ein Café, in dem es schon damals den heutigen Lieblingsdrink Aperol Spritz gab.

2003 begann dort ein kleines gastronomisches Experiment, das dem Marktplatz plötzlich eine ganz neue Atmosphäre verlieh. Das Café Scholz stellte rote Sonnenliegen nach draußen. Die Gäste machten es sich bequem, genossen ihren Kaffee, beobachteten das Treiben auf dem Platz und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen.

„Stuttgart hat ein Stück Paris“, schrieb damals eine Zeitung. Unweit von Rathaus, Marktständen und Breuninger  war ein neuer Wohlfühlort entstanden. Ein bisschen Großstadtflair, ein bisschen Dolce Vita – und vor allem ein Ort, an dem man gern länger blieb.

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Doch das schöne Leben hatte seinen Preis. Obwohl das Café Scholz häufig gut besucht aussah, reichten die Einnahmen nach Angaben des damaligen Wirts nicht aus, um die hohe Miete zu erwirtschaften. 2014 war Schluss. Die roten Sonnenliegen verschwanden und mit ihnen ein Stück jener Leichtigkeit, die dem Marktplatz so gutgetan hatte.

Denis Gugac macht viel – und setzt dabei auf sein Team

Jetzt also startet  33-jährige Denis fast am selben Standort. Er  gehört zu den umtriebigsten und vielseitigsten Gastronomen Stuttgarts. Ob HiLife, Zubrovka, Commodo Studios oder The Park auf dem Killesberg – alles geschieht unter seiner Regie. . Auch auf dem Cannstatter Volksfest mischte er mit: beim Diskowirt, der SchatziBar und der Spitzbuben Lodge.

Wie schafft man es bei so vielen Projekten gleichzeitig den Überblick zu behalten? „Ich mach das nicht allein“, betont Denis gegenüber EchtStuttgart. „Überall sind sehr gute Betriebsleiter.“

Ein Satz, der viel über seine Arbeitsweise verrät. Gugac setzt auf Teams, denen er Verantwortung überträgt. Und offenbar hat er ein Gespür dafür, welche Konzepte an welchen Standorten funktionieren könnten. Mit der geplanten Tagesbar am Marktplatz nimmt er sich nun einen Ort vor, der wie kaum ein anderer für das öffentliche Leben in Stuttgart steht – und der nach jahrelangem Dornröschenschlaf gastronomisch neu erwacht.

Denis Gugac. Foto: Dennis Scholz

 Ein Stück Stuttgarter Geschichte bekommt eine neue Zukunft

Dass ausgerechnet das ehemalige Schuhhaus Bletzinger zum Schauplatz des neuen Gastronomieprojekts wird, macht die Geschichte besonders reizvoll. Denn das markante Eckhaus am Marktplatz 14 ist selbst ein Stück Stuttgarter Stadtgeschichte. 1907 von der Familie Bletzinger errichtet, blieb es mehr als 115 Jahre in Familienbesitz. Das traditionsreiche Schuhgeschäft blickte auf eine insgesamt 131-jährige Geschichte zurück, bevor die Familie das Gebäude schweren Herzens verkaufte.

Der neue Eigentümer hat das Haus inzwischen umfassend sanieren und um zwei  Etagen in Holzbauweise aufstocken lassen. Dabei wurde die historische Bausubstanz bewahrt und gleichzeitig Platz für neue Nutzungen geschaffen. Kritiker fragen freilich, warum es dem Bauherrn erlaubt wurde, mit der Aufstockung das historische Ensemble zu überragen. 

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Besonders charakteristische Elemente wie der Erker mit den Sieben Schwaben und die Hans-Sachs-Figur sind aufwendig  restauriert und für die Zukunft fit gemacht worden. Auch die Fassade wurde überarbeitet. Neue Sandstein-Fensterbänke und eine einheitliche Farbgestaltung von Dach und Fassade verbinden die historische Architektur mit der modernen Aufstockung.

Auch energetisch wurde das Gebäude modernisiert. Dazu gehören unter anderem eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage, neue Fenster mit Sonnenschutzverglasung und eine verbesserte Wärmedämmung. Ein Aufzug erschließt die Etagen barrierefrei.

Das Bauprojekt an dieser zentralen City-Lage gehört zum Netzwerk der Internationalen Bauausstellung IBA’27 und zeigt beispielhaft, wie sich historische Gebäude erhalten, energetisch modernisieren und zugleich sinnvoll erweitern lassen.

Beauty-Praxis ist bereits eingezogen

Das Haus ist inzwischen weitgehend fertiggestellt und wird bereits mit neuem Leben gefüllt. Mit Caelestic ist eine Praxis für ästhetische Behandlungen auf mehreren Etagen eingezogen, die erst vor wenigen Tagen ihre Eröffnung gefeiert hat. Als Nächstes soll im Erdgeschoss die Tagesbar eines leidenschaftlichen Gastronomen entstehen, der in Stuttgart schon mehrfach bewiesen hat, dass er ein Gespür für besondere Orte und erfolgreiche Konzepte besitzt.

Und vielleicht ist es genau das, was eine Stadt lebendig macht: Menschen, die das Potenzial eines Ortes erkennen und den Mut haben, etwas daraus zu machen. Denn manchmal braucht es nur gute Ideen und genügend Tatendrang, damit aus einer guten Adresse ein echter Lieblingsplatz wird. Wir drücken die Daumen!

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Als die Sonnenseite des Marktplatzes zum Lieblingsplatz wurde
  2. Denis Gugac macht viel – und setzt dabei auf sein Team
  3.  Ein Stück Stuttgarter Geschichte bekommt eine neue Zukunft
  4. Beauty-Praxis ist bereits eingezogen

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