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Kommentar: Ihr habt ihnen die Demo geklaut

Nicht nur Hass und Agression: EchtStuttgart zeigt die andere Seite der Gen-Z-Proteste


Uwe Bogen 3 Min. Lesezeit News

Das macht uns wütend: Die Schreihälse und Gewaltbereiten beherrschen die Bilder auf Social Media, die friedlichen Jugendlichen bleiben weitgehend unsichtbar. Was für ein bitteres Bild der Gen-Z-Demo in Stuttgart! Dabei waren auch viele ohne Hass und Aggression dabei. EchtStuttgart zeigt die andere Seite!

Auf der Königstraße schreiben Schülerinnen Transparente. Foto: Uwe Bogen

Ihr habt den friedlichen Schülerinnen und Schülern ihre Demo geklaut! Und das macht uns wütend!

Was bleibt von der Gen-Z-Demo in Stuttgart hängen? Bilder von aggressiven Demonstranten, die Polizisten anschreien. Wut, Hass, Provokationen. Menschen, die sich lautstark in den Vordergrund drängen und damit die Bilder auf Social Media und große Teile der öffentlichen Wahrnehmung dominieren.

Aber wo sind eigentlich die vielen Schülerinnen und Schüler, die friedlich demonstriert haben?

Die gab es nämlich auch! Und nach unseren Eindrücken waren sie sogar die Mehrheit. Junge Menschen, die ihre Meinung sagen, Haltung zeigen und für ihre Anliegen auf die Straße gehen wollten. Die nicht geschwiegen haben, deren Stimmen aber im Geschrei der Aggressiven untergegangen sind.

Ihnen wurde ihre Demo gestohlen. Und das ist verdammt ärgerlich!

Denn wer sich die Bilder dieser Demonstration anschaut, könnte glauben, dort seien vor allem Menschen unterwegs gewesen, die auf Konfrontation aus waren. Die Polizisten anschreien, provozieren und ihren Hass herausbrüllen.

Doch dieses Bild wird den vielen friedlichen Jugendlichen nicht gerecht.

Junge Menschen, die nicht vermummt sind, haben das Bild der Demo geprägt - doch in den sozialen Medien sieht man davon nur wenig. Foto: Andreas Engelhard
Viele Jugendliche haben friedlich demonstriert. Foto: Andreas Engelhard

Hass auf die Polizei? Dafür gibt es keine Rechtfertigung!

Besonders erschreckend sind die Bilder von Demonstranten, die Polizeibeamte voller Wut anschreien, sie mit Böllern und Gegenständen bewerfen und ihnen mit offener Feindseligkeit begegnen.

Natürlich darf man die Polizei kritisieren. Auch laut und deutlich. Polizeiliches Handeln muss hinterfragt werden dürfen. Aber zwischen berechtigter Kritik und blindem Hass liegt ein gewaltiger Unterschied.

Für Hass, Bedrohungen und Gewalt gegen Polizeibeamte gibt es keine Rechtfertigung.

Wir haben sehr freundliche und besonnene Beamte getroffen. Das waren Frauen und Männer, die selbst dann ruhig blieben, wenn man ihnen „Ganz Stuttgart hasst die Polizei“ entgegengeschrien hat. Ist schon mal gelogen: Ganz Stuttgart ist falsch, das ist nur die Minderheit. 

Wissen die Leute aus dem linksextremen und Antifa-Spektrum, was der Begriff „Polizeistaat“ bedeutet? Das ist  ein Staat, in dem Sicherheitsorgane politische Gegner systematisch unterdrücken, Grundrechte außer Kraft setzen und friedlichen Protest verhindern.

In Deutschland dürfen Menschen auf die Straße gehen, demonstrieren, die Regierung kritisieren und auch gegen die Polizei protestieren. Diese Rechte sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie.

Das bedeutet nicht, dass jeder Polizeieinsatz automatisch richtig ist. Aber wer jede Polizeipräsenz mit staatlicher Unterdrückung gleichsetzt, hat nichts verstanden.

Die Jugendlichen sind ruhiger, aber sie waren auch da. Foto: Uwe Bogen
Foto: Andreas Engelhard
Die Gen-Z geht nicht auf die Straße, um ignoriert zu werden. Foto: Andreas Engelhard

Die Bewegung darf nicht von Aggressiven vereinnahmt werden

Besonders kritisch sehen wir das, was auf der Instagram-Seite der Stuttgarter Initiative @gen_z_regelt veröffentlicht wird.

Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Die Stuttgarter Initiative, die mit Medienvertretern nicht sprechen wollte, ist nicht mit der bundesweiten Bewegung Gen Z regelt gleichzusetzen, deren Verantwortlicher auf der Homepage EchtStuttgart ein Interview gegeben hat. Die bundesweite Initiative hat zu friedlichen Protesten aufgerufen.

Umso bitterer ist es, wenn dieses Anliegen nun durch aggressive Auftritte und Bilder von Eskalationen überlagert wird.

Wer Polizisten anschreit, Hass verbreitet und auf Konfrontation setzt, muss sich fragen lassen, wem er damit  hilft. Den jungen Menschen, die friedlich demonstrieren wollen, jedenfalls nicht.

EchtStuttgart zeigt bewusst die andere Seite

Und genau deshalb zeigen wir andere Bilder.

Bilder von Schülerinnen und Schülern, die ebenfalls dabei waren. Die laut waren, ohne aggressiv zu werden. Die protestiert haben, ohne Gewalt zu suchen. Die ihre Meinung vertreten haben, ohne andere niederzubrüllen.

Denn auch sie waren diese Demo. Und sie verdienen es, gesehen und gehört zu werden.

Protest darf laut sein. Protest darf unbequem sein. Protest darf auch wütend sein. Aber Gewalt und Einschüchterung dürfen nicht das Gesicht einer ganzen Bewegung bestimmen.

Die Lautesten sind nicht automatisch die Mehrheit. Und die Aggressivsten schon gar nicht das Gesicht einer ganzen Generation!

Deshalb richtet EchtStuttgart den Blick bewusst auf diejenigen, die in vielen Bildern und Berichten zu kurz kommen.

EchtStuttgart zeigt auch die andere Seite dieser Demo. Weil sie genauso zur Wahrheit gehört.

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Hass auf die Polizei? Dafür gibt es keine Rechtfertigung!
  2. Die Bewegung darf nicht von Aggressiven vereinnahmt werden
  3. EchtStuttgart zeigt bewusst die andere Seite

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