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Unnützes Stuttgartwissen

VON BÜHNE & FACELIFTING


Patrick Mikolaj 1 Min. Lesezeit News

Neue Folge unseres Unnützen Stuttgartwissens: Warum verschwand einst der prächtige Stuck im Stuttgarter Opernhaus hinter modernen Verkleidungen? Und wie kam er Jahrzehnte später wieder zum Vorschein? Ein Blick in die Geschichte.

Die Stuttgarter Oper am Eckensee. Foto: Patrick Mikolaj

Berichte rund um die Stuttgarter Staatsoper füllen derzeit wieder die Lokalnachrichten. Im Mittelpunkt stehen die Sanierung, der Umbau und die Erweiterung des 1912 fertiggestellten Opernhauses.

Ursprünglich bestand das imposante Bauwerk im Oberen Schlossgarten aus zwei miteinander verbundenen Theaterbauten im klassizistischen Stil: dem sogenannten Großen Haus für Oper und Ballett sowie dem Kleinen Haus für das Schauspiel. Der kleinere Theatersaal wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den 1960er-Jahren durch einen Neubau im zeitgenössischen Stil ersetzt. Bis dahin überbrückte das Schauspielensemble die Zeit ohne eigene Spielstätte auf der Bühne des Alten Schauspielhauses in der Kleinen Königstraße.

Foto: Patrick Mikolaj

Das Opernhaus selbst wurde bei den zahlreichen Bombenangriffen auf Stuttgart wie durch ein Wunder kaum beschädigt. 1956 kam man jedoch auf die nicht unumstrittene Idee, das Gebäude dringend „modernisieren“ zu müssen. Kurzerhand ließ man neue Decken- und Wandelemente anbringen, hinter denen der gesamte Stuck im Zuschauerraum verschwand. Dabei nahm man sogar eine Beeinträchtigung der hervorragenden Akustik in Kauf.

Als der Zeitgeist den Stuck verschwinden ließ

Dass dieser Umbau ein Fehler gewesen war, wurde schnell deutlich. Dennoch dauerte es bis in die 1980er-Jahre, ehe man ihn im Rahmen einer Sanierung rückgängig machte. Dabei stellte man erfreut fest, dass die Stuckdecken und Ornamente lediglich verdeckt, nicht aber zerstört worden waren. So konnte der Saal originalgetreu wiederhergestellt werden.

Die Bauarbeiten von 1983 bis 1984 waren die bislang letzte Grundsanierung des Opernhauses. Dass nach mittlerweile mehr als vier Jahrzehnten nahezu ununterbrochenen Spielbetriebs nun weit umfangreichere Sanierungsarbeiten als ein bloßes Facelifting für das historische Gebäude zwingend erforderlich sind, haben inzwischen wohl auch alle politischen Entscheidungsträger eingesehen.

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Patrick Mikolaj

Patrick Mikolaj

Geboren 1980 in Kirchheim unter Teck, heute Stuttgart-Fan aus tiefstem Herzen: Patrick Mikolaj hat aus einer originellen Idee ein echtes Stadtphänomen gemacht. Was der Blogger im Sommer 2012 mit dem Unnützen Stuttgartwissen begonnen hat, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Stuttgart-Projekte in den sozialen Medien. Dieser Erfolg zog weite Kreise: Seine Bücher im Lokalteil Verlag wurden zu regionalen Bestsellern. Zusammen mit Uwe Bogen und Manuel Kloker hat er zuletzt das Buch „Stuttgart – Kleine Geheimnisse einer großen Stadt“ herausgebracht. Mikolaj beschränkt sich nicht auf das geschriebene Wort, so verantwortet er mehrere erfolgreiche Stadtführungen.

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