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Die Uwe-Bogen-Kolumne

Felix Lobrecht nennt Stuttgart „Stutte“. Na warte, Feli!


Uwe Bogen 3 Min. Lesezeit News

Felix Lobrecht hat ein Problem mit Stuttgart. Zu viele Baustellen, zu wenig fürs Auge – und dann wollen die humorlosen Schwaben nicht mal seinen genialen Spitznamen „Stutte“ feiern. Schlimm mit uns. Aber wir wollen uns bessern. Und hätten da auch schon ein paar hübsche Spitznamen für den Herrn Komiker.

Felix Lobrecht bekam in der Stuttgarter Schleyerhalle den Double Sold Out Award. Foto: Marvin Ruppert (mit KI bearbeitet)

Im eigenen Podcast darf man sich schon mal selbst auf die Schulter klopfen. Felix Lobrecht erzählt beim „Gemischten Hack“, dem Podcast, in dem er mit Tommi Schmitt regelmäßig für beste 1-A-Sahne-Unterhaltung sorgt, dass er sich auf seiner Tour immer besonders viel Mühe gibt, bei seinen Auftritten etwas Individuelles zur jeweiligen Stadt zu sagen.

Sehr löblich, Herr Lobrecht! Deshalb verpasst er jeder Stadt einen coolen Spitznamen.

Für Stuttgart hat es zu „Stutte“ gereicht.

Stutte.

Da hat einer aber mal richtig einen rausgehauen.

Weil die Stuttgarterinnen und Stuttgart von diesem sprachlichen Geniestreich wenig begeistert waren – selbst Stuggi finden viele von uns nicht mehr so lustig – , beschwerte sich Lobrecht in seinem Podcast über den Gegenwind. Sein Kollege Tommi Schmitt lieferte gleich die Diagnose: Die Menschen in Stuttgart seien verbissen lokalpatriotisch. Und vor allem humorlos.

Aus Lobrecht wird Laberrecht

Sorry, lieber Feli, dass wir nicht alles von dir immer supergeil finden. Wir sind halt hoffnungslos humorlos. Haben dir trotzdem zweimal die riesige Schleyerhalle gefüllt, weshalb du bei uns den „Double Sold Out Award 2026“ bekommen hast. Aber „Stutte“ ist halt besonders bescheuert. Gute Spitznamen zu finden, ist eben gar nicht einfach. Sehen wir ein. Wir wollen uns bessern. Und deshalb versuchen wir’s jetzt einfach mal mit deinem Namen.

Wie wär’s mit Felix Laberrecht? Klingt fast wie Lobrecht, ergibt ungefähr so viel Sinn wie Stutte und beschreibt ganz nebenbei ein  Geschäftsmodell.

Oder Feli Lobrettle. Klingt nach einem Holzbrett aus dem Baumarkt. Nicht besonders aufregend, aber solide verarbeitet.

Felix Lochbrecht wäre auch schön. Wer sich so ausgiebig über unseren Bahnhof auslässt, darf ruhig selbst zur Baustelle werden. Fertigstellung frühestens 2040.

Und Tommi? Tommi Schmittsenf natürlich. Muss überall seinen Senf dazugeben, auch wenn keiner bestellt wurde. Oder Schmittwisser. Einmal Stuttgart gegoogelt, schon die ganze Stadt durchschaut.

Und euren Podcast taufen wir spitz-namen-mäßig um: Hack und Schmittchen – das Comedy-Duo aus der Witzmetzgerei. Okay? Oder besser doch: Die zwei Hackepeter – mehr Hack als Pointe.

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Die coolsten Städte haben keinen Coolness-Komplex

Jetzt mal unter uns, Felix und Tommi: Die unterschätzten und verspotteten Städte sind oft die coolsten.

Berlin muss ständig Berlin sein. München muss ständig München sein. Also Protz-Protz und Prahlerei. Stuttgart muss gar nichts. Außer irgendwann mit seinem Bahnhof fertig werden.

Hier muss man genauer hinschauen. Aber das lohnt sich. Hinter die Fassaden, in die Hinterhöfe, auf die Hügel, in die Bars und Clubs. Stuttgart ist wie der unscheinbare Typ auf einer Party, den erst keiner beachtet und mit dem man am Ende bis morgens um fünf in der Küche sitzt und plötzlich das Leben versteht.

Stuttgart ist auch unterirdisch gut

Willkommen in Stuttgart! Ihr Ziel ist nur drei Umleitungen entfernt! Klar, die ewigen Staus  nerven, am meisten uns. Wer mit dem Auto nach Stuttgart kommt, braucht Geduld – und vielleicht einen Campingkocher. Unsere Baustellen haben vermutlich längst eigene Postleitzahlen. Das Navigationsgerät hat inzwischen kapituliert. Statt „In 300 Metern links abbiegen“ meldet es nur noch: „Viel Glück.“ Selbst Google Maps fragt gelegentlich nach dem Weg.

Haha, ist voll komisch bei uns. Emmvee, den manche den Felix Lobrecht des Südens nennen (er hat bei Instagram 1,4 Millionen Follower, der Lobrecht nur 1,2 Millionen), und Fabi Rommel haben gerade den ELEVEN COMEDY CLUB im historischen Gewölbekeller des Marquardtbaus in Stuttgart eröffnet. Zwei Comedians aus unserer Gegend und ganz ohne Berliner Wir-sind-was-Besseres-Gehabe.

Feli und Tommi, ihr gemischten Hackfressen, vielleicht schaut ihr bei eurem nächsten Besuch mal in dem neuen Club  bei Fabi und EMMVEE vorbei. Und ihr werdet sehen: Für einen guten Witz muss man nicht mehr nach Berlin. Ja es stimmt, wir gehen zum Lachen in den Keller. Was für eine Stadt, in der selbst beim Abstieg das Niveau noch steigt. Und wie heißt es doch so schön: Humor ist, wenn man trotzdem hackt.

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Aus Lobrecht wird Laberrecht
  2. Die coolsten Städte haben keinen Coolness-Komplex
  3. Stuttgart ist auch unterirdisch gut

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