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Stadt: Keine Anmeldung bei uns

Anonyme Initiative ruft zur nächsten Gen-Z-Demo in Stuttgart auf – wer steckt dahinter?


Uwe Bogen 3 Min. Lesezeit News

Sie bleiben anonym, beantworten keine Anfragen und rufen dennoch für den 14. November zur nächsten „Gen Z regelt“-Demo in Stuttgart auf. Eine Anmeldung liegt der Stadt bisher nicht vor, wie Rathaussprecher Sven Matis gegenüber EchtStuttgart bestätigt. Wer steckt hinter der Initiative – und drohen erneut Krawalle?

So ist die Gen-Z-Demo am Samstag aud der Planie gestartet. Foto: Uwe Bogen

„Wir gehen alle wieder auf die Straße protestieren“,  erklärt die anonyme Initiative unter gen_z_regelt auf Instagram. Für den 14. November soll es erneut eine Demo in Stuttgart geben, und für den 20. November kündigt die Gruppe einen „Internationalen Jugendstreik und Blockadetag“ an.

Brisant ist die Ankündigung vor allem vor dem Hintergrund der Ereignisse vom vergangenen Samstag. Damals war es nach einer „Gen Z regelt“-Demonstration am Stuttgarter Marienplatz zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Personen und der Polizei gekommen. Sieben Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte wurden verletzt, rund 50 Straftaten registriert.

Rathaus bestätigt: Bisher keine Anmeldung

Wie Stuttgarts Rathaussprecher Sven Matis auf Anfrage von EchtStuttgart  erklärt, ist der Stadt der erneute Demonstrationsaufruf bekannt. Eine Anmeldung bei der zuständigen Versammlungsbehörde sei bisher jedoch nicht eingegangen.

Damit bleibt vorerst offen, wer offiziell die Verantwortung für die angekündigte Versammlung übernehmen will und ob es Absprachen mit Stadt und Polizei geben wird.

Eine fehlende Anmeldung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Versammlung verboten ist. Sie erschwert jedoch die frühzeitige Abstimmung über Route, Sicherheit und mögliche Auflagen. Gerade nach den jüngsten Ausschreitungen ist damit zu rechnen, dass starke Einsatzkräfte der Polizei erneut Gewalt und Randale verhindern wollen – sie könnten erneut zur Zielscheibe von Böllern werden. 

Ein erneuter Aufruf zu Gen-z-Protesten in Stuttgart geht im Netz rum.

Organisatoren bleiben anonym – Kontaktversuche erfolglos

Wer genau hinter dem Stuttgarter Instagram-Auftritt „gen.z_regelt“ steht, vermutlich aus dem linksextremen Umfeld, ist noch immer nicht bekannt. Die Initiative tritt öffentlich nicht mit erkennbaren Verantwortlichen auf. Selbst Personen, die in veröffentlichten Videos als Sprecher auftreten, werden nur verpixelt gezeigt.

Mehrere Versuche von EchtStuttgart,  Kontakt zu den Organisatoren aufzunehmen, blieben unbeantwortet.

Keine Verbindung zur bundesweiten „Gen Z regelt“-Bewegung

Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Die Stuttgarter Initiative ist nach Angaben der bundesweiten „Gen Z regelt“-Bewegung nicht Teil ihrer Organisation. Ein Sprecher der bundesweiten Initiative hatte gegenüber EchtStuttgart erklärt, man wolle ausdrücklich unvermummt und gewaltfrei demonstrieren. Auf die eigenständig auftretenden Stuttgarter Gruppen habe man jedoch keinen Einfluss. Die bundesweite Bewegung distanziert sich damit organisatorisch von den lokalen Akteuren.

Während der Demonstration hatte es Probleme mit der Einhaltung der behördlich festgelegten Route gegeben. Unbekannte verteilten Flugblätter, die dazu aufforderten, die vorgesehene Strecke zu verlassen und stattdessen in die Innenstadt zu ziehen. Teile des Demonstrationszuges folgten diesem Aufruf. War das alles schon lange bevor geplant gewesen? Und ging es der Initiative gar nicht um die Forderungen der jungen Leute, die friedlich demonstrieren wollten?

Geht es um politischen Protest – oder drohen erneut Krawalle?

Die erneute Mobilisierung sorgt für viele Fragen. Insbesondere die Anonymität der Organisatoren, die bisher fehlende Anmeldung und die ausgebliebene Reaktion auf journalistische Anfragen erschweren eine Einschätzung der geplanten Veranstaltung. Haben die Unbekannten die zur erneuten Demo aufrufen, gar nichts mit Schülerinnen und Schüler und der Gen-z-Bewegung zu tun, sondern wollen nur ihr eigenes Ding kontra Polizei machen?

Nopper schließt Versammlungsverbote nicht aus

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper hatte Versammlungsverbote angedroht,  sollten Veranstalter nicht zur Kooperation bereit sein. Allerdings sind die rechtlichen Hürden für ein solches Verbot hoch. Allein die fehlende Kooperationsbereitschaft oder eine nicht erfolgte Anmeldung reichen dafür nicht ohne Weiteres aus. Entscheidend ist insbesondere, ob eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht und mildere Maßnahmen ausreichen.

Ministerpräsident Cem Özdemir setzte in der Debatte einen anderen Schwerpunkt und stellt sich damit gegen Nopper. Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht seien hohe demokratische Güter. Auch harte Kritik müsse ein demokratischer Staat aushalten können. Eine klare Grenze sei jedoch dort erreicht, wo Gewalt ins Spiel komme.

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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  1. Rathaus bestätigt: Bisher keine Anmeldung
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  4. Geht es um politischen Protest – oder drohen erneut Krawalle?
  5. Nopper schließt Versammlungsverbote nicht aus

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