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House-Club feiert großes Opening

„Jetzt sind die Jüngeren dran“: Was Perkins-Park-Legende Niko zum Neustart sagt


Uwe Bogen ·11. September 2026 ·5 Min. Lesezeit News

Am Samstag beginnt auf dem Killesberg eine neue Ära: Nach 46 Jahren wird aus dem Perkins Park The Park. Künftig setzt der Club auf House, doch auch für Ältere ist einiges geplant: La Boum, After-Work und Tanztee. Türsteher Niko Arpatzis hört nach 32 Jahren auf, lobt das neue Konzept – und blickt für uns zurück.

Zwei Legenden des Perkins Park: Während Niko Arpatzis nach 32 Jahren als Türsteher aufhört, bleibt Ali, der als Hausmeister auch für saubere Toiletten sorgt. Foto: privat

Der Hirsch über dem Eingang ist geblieben. Darunter leuchtet jetzt das neue Park-Logo – wobei mancher vermutlich zweimal hinschauen muss, um den Schriftzug zu entziffern.

Auch an der Tür gibt es einen Generationenwechsel: Niko Arpatzis hört auf. 32 Jahre lang  hat er hier Gäste begrüßt, geprüft und abgewiesen. Jetzt, mit 50 plus, sagt er: „Die Jüngeren sind dran.“

Der neue Betreiber Denis Gugac bringt seine eigenen Leute für die Tür mit, das bisherige Personal im Club wird übernommen. Niko wünscht dem neuen Team ausdrücklich Erfolg. Die Lage für Clubs sei in der gesamten Stadt schwieriger geworden. Deshalb versteht er, dass auf dem Killesberg eine Neuausrichtung beginnt.

Nun setzt The Park auf internationale House-DJs und besondere Events. Am Samstag um 22 Uhr wird die große Opening-Party mit Lazare, Anrey und Luc gefeiert. Das Motto: „Ein bekannter Ort. Eine neue Ära.“

„Die Leute werden staunen“, sagt Niko. Allein schon über die große LED-Wand hinter dem DJ-Pult und den Dancefloor, der nach dem Ausbau der weit in den Saal ragenden Theke wesentlich größer und großstädtischer wirkt.

Früher kamen selbst Girls mit flachen Schuhen nicht rein

Niko hat den Türsteher-Job all die Jahre neben seinem eigentlichen Beruf gemacht. Er erinnert sich an Zeiten, in denen die Kleiderordnung noch eine ganz andere war.

Turnschuhe? Keine Chance.

„Früher durften selbst Mädchen mit flachen Schuhen nicht rein“, sagt Niko. „Da waren wir ganz streng.“

Das neue Logo leuchtet nun am Park-Eingang. Foto: Gugac

Heute sind Sneaker selbstverständlich. Zuletzt habe er vor allem Gäste in Jogginghosen abgewiesen – oder Menschen, die bereits stark betrunken ankamen oder Drogen konsumiert hatten.

Doch Niko erinnert sich vor allem an die großen Zeiten des Clubs. „In der Vergangenheit hatte der Perkins Park nicht umsonst einen guten Ruf“, sagt er. „Allein der Mittwoch mit den Rosenberg- und Tal-Partys war der Knaller.“

Getanzt wurde in dem denkmalgeschützten Gebäude übrigens schon lange vor dem Perkins Park. Errichtet wurde es 1938/1939 für die Eröffnungsfeierlichkeiten der Reichsgartenschau 1939. Danach war das Parkrestaurant eine beliebte Adresse für Tanz und Unterhaltung, bis es Ende der 1970er Jahre schloss. Am 4. Dezember 1980 eröffnete dort der Perkins Park.

Sind Ältere im neuen Park noch erwünscht?

Am vergangenen Samstag stand Niko noch einmal an seiner alten Tür – bei einem der letzten Abende im bisherigen Stil. Von Stammgästen hörte er dabei immer wieder dieselbe Sorge: Sind wir Älteren künftig überhaupt noch erwünscht?

Niko sagt: Ja. Und auch Denis Gugac betont, dass The Park keineswegs nur für 20-Jährige gedacht sei.

Erfolgreiche Reihen für ein älteres Publikum sollen bleiben. Dazu gehören der Älternabend mit Büfett, die Familiendisco und La Boum als After-Work-Party. Freitage und Samstage sind künftig dagegen vor allem für House-DJs und Topacts der Szene vorgesehen.

Statt jede Woche zwei klassische Discoabende anzubieten, will Gugac einzelne Öffnungstage stärker als Events inszenieren – mit besonderen Partys, Konzerten und DJ-Bookings.

„Denis hat ein gutes Konzept ausgearbeitet“, sagt Niko.

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Fünf Clubs wollten La Boum

Wie der Spagat zwischen Neuem und Bewährtem funktionieren kann, zeigt Steffen Eifert. Der Veranstalter von La Boum will auf dem Killesberg bleiben, obwohl seine Party künftig nicht mehr freitags stattfinden kann.

Dabei hätte er durchaus Alternativen: Von fünf anderen Clubs habe er Angebote bekommen, mit La Boum zu ihnen zu wechseln, erzählt Eifert. Doch für ihn steht fest: „La Boum und der Perkins Park gehören einfach zusammen.“

Also wechselt er lieber den Wochentag als den Club. Am 22. Oktober startet das Experiment La Boum als After-Work-Party am Donnerstag, von 18 bis 23 Uhr mit „Best of 80s & more“ und DJ mr. mac.

Ob seine Gäste mitziehen? Danach sieht es aus: Schon sieben Wochen vor dem Termin seien fast 100 Tickets verkauft.

Nur beim Namen muss sich Eifert noch umgewöhnen. In seinen Ankündigungen schreibt er weiterhin „Perkins Park“.

„Mein Publikum sagt halt Perkins Park“, sagt er und lacht. Vielleicht müsse er künftig schreiben: „The Park – formerly known as Perkins Park.“

Denis Gugac betreibt mit seinem Team künftig den House-Club The Park. Foto: Andreas Engelhard

Kommt jetzt der Tanztee?

Vom Umbau ist Eifert begeistert. Im großen Saal ist die mächtige Theke verschwunden. Die neu gewonnene Fläche hat ihn auf eine weitere Idee gebracht: sonntags Tanztees zu veranstalten.

Auch Gugac kann sich Veranstaltungen für ältere Gäste vorstellen. Schließlich reichen die Wurzeln der House-Musik bis in die 1980er Jahre zurück. Er denkt etwa an House-Classics-Nächte.

Niko kennt noch einen Vorteil solcher Abende: „Da bin ich meistens um zwei Uhr zu Hause.“ Die Älteren gingen eben früher heim. Bei Partys für die Jungen sei das anders.

„Die feiern Homepartys und gehen in keinen Club“

Ob genügend junge House-Fans für die neuen Events auf den Killesberg kommen, wird sich zeigen. Niko beobachtet seit Corona ein verändertes Ausgehverhalten – auch in der eigenen Familie.

„Die feiern Homepartys, kurz Homes“, sagt er. „Die gehen in keinen Club.“

Genau hier setzt das neue Konzept an: Besondere DJs, Konzerte und Events sollen wieder einen Grund liefern, das Wohnzimmer zu verlassen.

Niko hofft, dass die Rechnung aufgeht. „Denis und sein Team setzen echt gut an“, sagt er.

„Das Personal war wie eine große Familie“

Ein bisschen Wehmut bleibt trotzdem.

32 Jahre an einer Clubtür sind nicht einfach irgendein Nebenjob. „Das Personal im Perkins Park war wie eine große Familie“, sagt Niko. Einige aus dieser Familie bleiben dem Haus erhalten – etwa sein Kollege Ali und der Hausmeister, der während der Clubnächte dafür sorgte, dass auch die Toiletten sauber blieben.

Zum Abschied ist Niko deshalb eines besonders wichtig: Ausdrücklich bedankt er sich bei allen Betriebsleitern, Veranstaltern und Mitarbeitern – und vor allem bei seinen Türsteher-Kollegen – für die wunderbare gemeinsame Zeit.

Er hat erlebt, wie sich Mode, Publikum und Nachtleben verändert haben. Nun verschwindet sogar der Name eines Clubs, der Stuttgarter Stadtgeschichte geschrieben hat.

Für Niko endet damit auch ein Stück seines eigenen Lebens. Trotzdem hält er Veränderungen für notwendig, wenn ein Club eine Zukunft haben will.

Der Hirsch an der Fassade bleibt. Die Erinnerungen an den Perkins Park sowieso. Aber an der Tür stehen künftig andere.

„Jetzt sind die Jüngeren dran.“

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Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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  1. Früher kamen selbst Girls mit flachen Schuhen nicht rein
  2. Sind Ältere im neuen Park noch erwünscht?
  3. Fünf Clubs wollten La Boum
  4. Kommt jetzt der Tanztee?
  5. „Die feiern Homepartys und gehen in keinen Club“
  6. „Das Personal war wie eine große Familie“

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