Nach dem Erfolg des Downhill-Rennens
Nach dem überwältigenden Erfolg der Deutschlandpremiere von Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart laufen bereits Gespräche über eine Neuauflage im Jahr 2027. Dies bestätigt die Stadt auf Anfrage von EchtStuttgart. OB Frank Nopper spricht sich für eine Rückkehr des spektakulären Urban-Downhill-Rennens aus.
Das ging schnell. Erst am vergangenen Wochenende verwandelte Red Bull Cerro Abajo die Stuttgarter Innenstadt in eine spektakuläre Mountainbike-Rennstrecke. Rund 90.000 Zuschauer kamen nach Angaben der Stadt an den beiden Veranstaltungstagen. Und schon jetzt wird an einer Fortsetzung gearbeitet.
Die Landeshauptstadt Stuttgart und der Veranstalter führen bereits Gespräche über eine Neuauflage von Red Bull Cerro Abajo im Jahr 2027. Das teilt die Stadtverwaltung auf unsere Anfrage mit.
Damit ist eine Rückkehr zwar noch nicht endgültig beschlossen. Doch das Signal aus dem Rathaus ist so deutlich wie nur möglich: Stuttgart will Cerro Abajo wiederhaben.
Oberbürgermeister Frank Nopper macht keinen Hehl daraus, was er sich nach der erfolgreichen Premiere wünscht.
„Stuttgart ist mit seiner Topografie geradezu die geborene und prädestinierte Stadt für die Ausrichtung eines Mountainbike Urban Downhill-Rennens“, erklärt Nopper.
Die Deutschlandpremiere habe „Maßstäbe gesetzt und große Begeisterung in Stuttgart und weit darüber hinaus ausgelöst“.
Downhill, Champions League, digitale Hauptstadt: Super, Stuttgart – gerade läuft’s!
Und dann wird der OB ganz konkret:
„Deswegen streben wir unter den gleichen finanziellen Vorzeichen wie bisher bei noch weiter optimierter Organisation im Jahr 2027 eine Neuauflage des Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart an.“
Das ist noch keine offizielle Zusage für 2027. Aber es ist weit mehr als die unverbindliche Hoffnung, die unmittelbar nach dem Rennen im Raum stand. Und Nopper macht klar: Red Bull sollte wieder die Hauptkosten übernehmen – die Stadtkasse ist leer. Auch sollte die Organisation verbessert werden – aus Fehlern lässt sich lernen
Dass eine Fortsetzung ernsthaft denkbar ist, zeichnete sich bereits am Rennsonntag ab. Aus Veranstalterkreisen war nach dem enormen Erfolg zu hören, dass die Voraussetzungen für eine Rückkehr 2027 sehr gut seien.
Kein Wunder: Die Premiere übertraf beim Zuschauerinteresse offenbar selbst die Erwartungen der Verantwortlichen. Rund 30.000 Menschen verfolgten nach Angaben der Stadt das Training am Samstag, beim eigentlichen Rennen am Sonntag waren es rund 60.000.
Die Bilder von dicht gedrängten Zuschauern entlang der Strecke vom Teehaus im Weißenburgpark hinunter bis zum Wilhelmsplatz gingen weit über Stuttgart hinaus.
Auch die internationalen Fahrer zeigten sich von der Atmosphäre beeindruckt. „The best crowd ever“, war im Ziel zu hören. Andere Athleten fanden für ihre Stuttgart-Erfahrung ein erstaunlich schwäbisch klingendes internationales Urteil: „Geil.“
Noch unmittelbar nach dem Rennen war offen, ob Stuttgart tatsächlich ein zweites Cerro Abajo bekommen könnte. Nopper hatte Stuttgart zwar bereits zur „Downhill-Hauptstadt“ erklärt, eine Aussage zur Zukunft des Rennens zunächst aber noch angekündigt.
Die liegt jetzt vor.
Und sie dürfte all jene freuen, die am Wochenende an der Strecke standen: Die Stadt möchte weitermachen – und die Gespräche mit dem Veranstalter laufen bereits.
Gerade angesichts von rund 90.000 Besuchern dürfte es dabei einiges auszuwerten geben. Der enorme Andrang stellte die Veranstalter vor Herausforderungen, gleichzeitig zog die Polizei nach dem Wochenende eine positive Bilanz. Trotz der Menschenmassen wurden keine größeren Zwischenfälle oder Straftaten gemeldet.
Eine endgültige Bestätigung des Rennens steht allerdings noch aus. EchtStuttgart hat auch Red Bull in Österreich um eine Stellungnahme zur möglichen Rückkehr nach Stuttgart 2027 gebeten. Eine offizielle Antwort liegt bisher nicht vor.
Vielleicht ist es am Ende tatsächlich die Topografie, die Stuttgart für dieses Rennen so besonders macht. Vom Weißenburgpark hinunter in die Innenstadt bietet der Kessel genau das, was Urban Downhill braucht: Gefälle, Treppen, enge Passagen und eine Kulisse, die sich kaum künstlich nachbauen ließe.
Doch zur Strecke kam bei der Premiere etwas hinzu, das sich überhaupt nicht planen lässt: die Stimmung.
Zehntausende standen entlang des Kurses, feuerten die Fahrer an und machten aus der Deutschlandpremiere ein Sportereignis, über das die Stadt noch Tage später spricht.
Jetzt müssen die laufenden Gespräche mit dem Veranstalter zu einem Ergebnis führen.
Nach dieser Premiere wäre alles andere als eine Rückkehr fast schon eine Überraschung.
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
Alle Artikel von Uwe Bogen →
Wöchentliche Highlights, Events und Insides aus Stuttgart – kostenlos, jederzeit abmeldbar.