Die Uwe-Bogen-Kolumne
Der 46 Jahre alte Perkins Park heißt bald The Park. Jetzt zeigt der Killesberger Club sein neues Logo. Es soll jung, modern und nach House aussehen. Ein kleines Problem besteht allerdings: Man muss es erst einmal entziffern.
Der Perkins Park ist Geschichte. Zumindest dem Namen nach. Wie EchtStuttgart zuerst berichtet hat, wird aus der 46 Jahre alten Killesberger Disco The Park. Am 12. September steigt die Opening-Party, freitags und samstags soll künftig vor allem House den Ton angeben. Etliche der bisherigen Partyreihen werden dafür geopfert, sonntags bis donnerstags bleibt der Club häufig geschlossen.
Neues Konzept, neuer Name – da muss natürlich auch ein neues Logo her.
Und das ist jetzt da.
Die entscheidende Frage lautet allerdings: Kann das jemand lesen?
Mit etwas gutem Willen erkennt man „THE PARK“. Vielleicht. Auf den ersten Blick könnte dort allerdings genauso gut „ZACK“ stehen. Oder „ZAFK“. Oder der Name eines neuen Elektromotorrads aus China.
Offenbar haben die Designer beschlossen, dass normale Buchstaben für die neue Zielgruppe ein bisschen zu 2019 sind. Also wurden Ecken abgeschnitten, Striche verlängert, eine Art Pfeil hineingearbeitet und Buchstaben so lange geometrisch bearbeitet, bis aus „The Park“ etwas geworden ist, das aussieht, als müsste man zum Entziffern mindestens drei Jahre Grafikdesign studiert haben.
Aber vielleicht ist genau das der Plan.
Zäsur im Stuttgarter Nachtleben: Ade, Perkins Park – Welcome, The Park!
Denn der neue The Park möchte jünger werden. House statt Disco-Gemischtwarenladen, klare Clubnächte am Freitag und Samstag statt möglichst vieler Partyreihen für möglichst viele Zielgruppen. Da wäre ein Logo in Arial vermutlich die falsche Botschaft.
Und mit dem neuen Namen verschwindet nebenbei ein kurioses Stück Stuttgarter Nachtleben-Geschichte. „Perkins“ geht auf eine amerikanische Zigarettenmarke gleichen Namens zurück, die in den 1980er-Jahren auf dem deutschen Markt Fuß fassen sollte. Die Zigarette schaffte den Durchbruch nicht. Der Name dagegen schon: Der Perkins Park behielt ihn – und machte ihn über Jahrzehnte in Stuttgart bekannter als das Produkt, von dem er ursprünglich stammte.
Jetzt verschwindet also auch dieses letzte Überbleibsel. Nach mehr als vier Jahrzehnten wird aus Perkins schlicht „The Park“.
Das neue Signet schreit jedenfalls nicht nach Ü40-Party. Es flüstert eher: Berghain-Schriftzug trifft Grafikkarte.
Und ein bisschen „Zack“ passt vielleicht sogar ganz gut zur neuen Strategie auf dem Killesberg: Zack, Perkins weg. Zack, House rein. Zack, unter der Woche Licht aus.
Ob das reicht, damit eine 46 Jahre alte Stuttgarter Disco noch einmal jung wird? Wir sind gespannt und drücken jedenfalls die Daumen! Die neuen Programmmacher um Denis Gugac haben oft genug bewiesen, dass sie von Trends was verstehen.
Bis zur Opening Party an 12. September hat The Park immerhin schon das erste Rätsel der neuen Saison geliefert:
Was steht noch mal auf dem neuen Logo drauf?
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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