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Atelier am Bollwerk: Ein Abend, der berührt

Kommt ins Kino: Erlebt John Müller und die Geschichte hinter seinem Lächeln


Uwe Bogen ·17. August 2026 ·6 Min. Lesezeit News

Sein Lächeln steckt an: John Müller hat Krebs überlebt und ist 8000 Kilometer mit dem Rad bis zum Taj Mahal gefahren. Im Allgäu bei seinen Eltern wurde er wie ein Weltmeister empfangen. Am Mittwoch erzählt er in Stuttgart von Mut, Schmerz, Hoffnung und einer Reise, die weltweit die Menschen bewegt.

Auf seine Radtour zum Taj Mahal hat John Müller in einem Krankenhaus in Bulgarien einen 16-jährigen Patienten getroffen und war sehr beeindruckt: "Er hat die Chemo in seinen Venen und lächelt trotzdem. Deshalb ist er ein riesiges Vorbild." Foto: Instagram/8000km live

Er lächelt. Fast immer. Selbst dann, wenn die Geschichte dahinter traurig ist. John Müller hat eine Art, Menschen mit seinem Lächeln sofort für sich zu gewinnen. Es ist kein oberflächliches Lächeln, sondern eines, das sagt: Ich bin noch da. Ich mache weiter. Gebt auch ihr nicht auf! Und genau diese Botschaft möchte der 26-Jährige am Mittwochabend in Stuttgart mit seinem Publikum teilen.

Nach rund 8000 Kilometern, drei Monaten und unvorstellbaren Strapazen hat John Müller sein großes Ziel erreicht: den Taj Mahal in Indien. Er ist von Berlin aus mit dem Fahrrad bis nach Indien gefahren, hat unterwegs krebskranke Menschen besucht, Spenden gesammelt und Geschichten erlebt, die ihn selbst tief bewegt haben.

Nun ist er zurück in Deutschland – und am Mittwoch, 19. August, um 20 Uhr kommt er ins Atelier am Bollwerk, Hohe Straße 26, Stuttgart. Unter dem Motto „Mut kennt keine Grenzen“ erzählt er von seiner außergewöhnlichen Reise. Es gibt noch Eintrittskarten für zwölf Euro (ein Teil der Einnahmen wird an die CCF Children Cancer Foundation gespendet). Lernt einen Helden unserer Zeit an diesem Abend persönlich kennen!

„Da habe ich schon mal für Stuttgart geübt“

Wie sehr ihn seine Reise inzwischen auch in seiner Heimat bekannt gemacht hat, erlebte John Müller am vergangenen Sonntag. Im Allgäu, dort, wo seine Eltern leben und er aufgewachsen ist, wurde der 26-Jährige  am Bahnhof von Freunden begeistert empfangen – jubelnd wie ein Weltmeister nach einem großen Sieg. Und irgendwie passt dieser Vergleich.

John Müller Tour-Special

Denn John hat nicht nur eine sportliche Höchstleistung vollbracht. Er hat etwas geschafft, das lange Zeit kaum vorstellbar schien.

Beim Lichterfest seiner Allgäu-Heimat wurde er vor rund 3000 Menschen auf die Bühne geholt und durfte von seiner Reise erzählen. „Da habe ich schon mal für die Veranstaltung mit euch in Stuttgart geübt“, sagt er  schmunzelnd.

Wer ihm zuhört, merkt schnell: Dieser junge Mann kann erzählen. Und er hat viel zu erzählen.

John Müller am vergangenen Mittwoch am Taj Mahal. Foto: Instagram/8000km live
Ein ARD-Team macht direkt am Taj Mahal das erste TV-Interview mit John. Foto: Müller

Ein Lächeln gegen die Angst

Besonders eindrücklich ist eine Begegnung, die John während seiner Reise in Bulgarien hatte.

Dort traf er einen 16-jährigen krebskranken Jungen. Der Jugendliche hat einen fast 30 Zentimeter großen Tumor am Bein, sein rechtes Knie ist auf Fußballgröße angeschwollen, sein Kopf ist von der Chemotherapie kahl. Viele Menschen, die ihn sehen, kämpfen mit den Tränen.

John setzte sich zu ihm ans Krankenbett, legte ihm den Arm um die Schulter – und lächelte.

Der Junge lächelte zurück.

Für Müller ist genau das der Kern seiner Geschichte. Er selbst erkrankte mit 22 Jahren an einem Ewing-Sarkom, einem seltenen und hochaggressiven Knochentumor. 14 Chemotherapie-Zyklen musste er im Klinikum Stuttgart über sich ergehen lassen. Die Zeit war hart. Die Prognosen waren alles andere als gut.

Doch der Allgäuer Bub weigerte sich, die Hoffnung aufzugeben.

„Wenn du lächelst, lächeln die anderen zurück. Genau das hat mir damals Kraft gegeben“, sagt er.

Heute gibt er diese Kraft weiter.

8000 Kilometer – und immer weiter

Die Fahrt von Berlin bis zum Taj Mahal war für Müller deshalb nie einfach nur eine Fahrradtour.

Es ging durch unterschiedlichste Landschaften und Länder, durch Hitze, Erschöpfung und Momente, in denen der Körper irgendwann nur noch funktionieren wollte. Drei Monate lang war das Fahrrad sein Zuhause. Gepäck und Zelt waren immer dabei. Und immer ging es weiter Richtung Indien.

Seine Familie hat John am Taj Mahal überrascht und nach seiner dreimonatigen Tour wieder in die Arme geschlossen. Foto: 8000km live

Am Taj Mahal wartete schließlich eine besondere Überraschung: Mutter, Vater und Bruder von John waren angereist, um ihn dort zu empfangen. Auch ein ARD-Team war vor Ort. Ein erster Film über seine Reise wurde bereits in der Sendung „Brisant“ gezeigt.

Jetzt bringt John die Geschichte nach Stuttgart, wo er lange Zeit gelebt hat, viele Monate davon im Klinikum – und er bringt  sogar sein Fahrrad mit.

Ausgerechnet beim Rückflug nach Deutschland ging die Achse kaputt. Doch das Rad soll am Mittwoch trotzdem im Atelier am Bollwerk stehen. Die Besucherinnen und Besucher können sich anschauen, mit welchem Fahrrad Müller die 8000 Kilometer zurückgelegt hat – inklusive Gepäck und Ausrüstung.

Er gibt gerade ein Interview nach dem anderen

Der Weltenbummler wird Videos und Bilder von unterwegs zeigen und von den härtesten Momenten seiner Tour erzählen. Er berichtet von Begegnungen mit Menschen, von der unglaublichen Gastfreundschaft entlang der Strecke und von den Geschichten krebskranker Menschen, die er besucht hat.

Moderiert wird der Abend von Mustafa Göktas, musikalisch begleitet von Babs Steinbock. Auch Johns behandelnder Arzt sowie Mitglieder seines Teams aus dem Klinikum Stuttgart werden dabei sein. Nun kehrt er zurück – nicht als Patient, sondern als jemand, der anderen Mut machen möchte.

Seine Botschaft: Eine Krebsdiagnose muss nicht das Ende sein.

Der Eintritt kostet 12 Euro. Ein Teil der Einnahmen wird an die CCF Children Cancer Foundation gespendet, deren Botschafter John Müller ist.

Der Abend wird gemeinsam von der CCF Children Cancer Foundation und EchtStuttgart veranstaltet. Ein besonderer Dank gilt Simon Erasmus, der diesen Abend in kürzester Zeit möglich gemacht hat.

Noch wenige Tage bis zum Flug nach Brasilien

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Müller derzeit nicht. Gerade erst ist er von seiner Reise zurück, schon gibt er ein Interview nach dem anderen, sucht Videos und Filme für den Stuttgarter Abend zusammen und bereitet sich auf seinen nächsten großen Schritt vor.

Denn am Samstag geht es bereits weiter: Müller fliegt nach Brasilien. Dort hat er ein Stipendium zum Studieren bekommen. Ein wenig Ruhe will er sich gönnen – aber auch an einem Buch  über seine spektakuläre Reise schreiben.

John Müller mit seinem behandelnden Arzt Dr. Hahn im Klinkum Stuttgart. Foto: Klinikum
John will auch sein Rad ins Atelier am Bollwerk mitbringen. Foto: Müller

Doch vorher gehört der Mittwochabend Stuttgart.

8000 Kilometer. Drei Monate. Eine Krebserkrankung überlebt. 14 Chemotherapien. Unzählige Begegnungen. Und ein Lächeln, das unter die Haut geht und Mut macht.

„Mut kennt keine Grenzen“ – am Mittwoch, 19. August 2026, um 20 Uhr im Atelier am Bollwerk, Hohe Straße 26.

Karten gibt es online über arthaus-kino.de oder an der Abendkasse.

Moderator Mustafa Göktas aus dem EchtStuttgart führt den Talk mit John Müller im Atelier am Bollwerk.
John Müller mit Uwe Bogen von EchtStuttgart vor dem Start seiner dreimonatigen Radtour im Kampf gegen Krebs. Foto: Klaus Schnaidt
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Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. „Da habe ich schon mal für Stuttgart geübt“
  2. Ein Lächeln gegen die Angst
  3. 8000 Kilometer – und immer weiter
  4. Er gibt gerade ein Interview nach dem anderen
  5. Noch wenige Tage bis zum Flug nach Brasilien

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