Uwe Bogen
Trends der Tattooshow Stuttgart
Tattooshow Stuttgart: Das Arschgeweih feiert sein Comeback
14. Mai 2026
Muskulös, großflächig tätowiert, voller Selbstbewusstsein: Die Veranstalter der 22. Tattoo-Show verkörpern, wofür die Szene steht. Am Wochenende bringen sie internationales Tattoo-Flair in die Phoenixhalle – und sprechen mit EchtStuttgart über Trends und das irre Comeback des Arschgeweihs.
Die Älteren mögen es kaum glauben: Das Arschgeweih ist zurück in the next generation: Was lange als peinliche Jugendsünde galt, erlebt in der Tattoo-Szene gerade ein überraschendes Revival. Bei der 22. Tattoo-Show am 16. und 17. Mai in der Phoenixhalle im Römerkastell zeigen mehr als 100 Artists aus aller Welt die neuesten Trends der Körperkunst – also auch Verzierungen über dem Po.
„Die Steißbein-Tattoos sind wieder gefragt“, sagt Dario Mangieri, der mit Danny Schelhorn zu den Veranstaltern der ältesten Tattoo-Messe in Süddeutschland gehört. Wovon man früher verspottet wurde, das ist heute wieder gefragt – allerdings moderner, filigraner und kunstvoller als noch in den frühen 2000er-Jahren. Vor allem in der Techno-Szene erlebt das sogenannte Arschgeweih sein Comeback, berichtet Mangieri, der mit seiner Frau das Gold & Silver Tattoo in Schwäbisch Gmünd betreibt.
Tattoos als Ausdruck von Persönlichkeit
Tätowierungen gehen unter die Haut – und sind für viele ein Statement für die Ewigkeit. Im Sommer werden Parks, Freibäder und Badeseen zu Freiluftgalerien der Körperkunst. Menschen mit auffälligen Tattoos sind es gewohnt, Blicke auf sich zu ziehen – bewundernde ebenso wie skeptische. Kaum noch ein Fußball-Profi, der im Stadion ohne Hautschmuck aufläuft. In Großstädten soll nach Schätzung bereits jeder Dritte ein Tattoo besitzen, oft aber dort, wo es nicht jeder sieht.
Der Psychologe Dirk Hofmeister beschreibt tätowierte Menschen als „eher extrovertiert, eher offen für neue Erfahrungen, eher abenteuerlustig, und sie empfinden sich als etwas Besonderes“.
Als Glücksbringer für den ESC sieht die Kölner Sängerin Sarah Engels, die am Samstag in Wien für Deutschland antritt, ihr Mandala zwischen den Schulterblättern. Das Motiv basiert auf der „Blume des Lebens“, einem Symbol aus Hinduismus und Buddhismus, das für Harmonie und Verbundenheit steht.
Blackwork, Anime und Manga im Trend
Neben dem Comeback des Arschgeweihs gehört vor allem „Blackwork“ zu den gefragtesten Stilrichtungen, berichtet Mitveranstalter Dario Mangieri . Dabei wird ausschließlich mit schwarzer Tinte gearbeitet – von großflächigen dunklen Bereichen bis hin zu filigranen geometrischen Mustern mit dreidimensionalen Effekten.
Groß ist außerdem die Nachfrage nach Anime- und Manga-Motiven. Die kunstvollen Tätowierungen im japanischen Stil zeigen, wie stark Popkultur die Tattoo-Szene inzwischen beeinflusst.
Wenn sich am 16. und 17. Mai die Türen der Phoenixhalle öffnen, wird Stuttgart erneut zum Treffpunkt der internationalen Tattoo-Community – mit Trends, Tinte und Tattoos für die Ewigkeit.
Tattoos sind für die Ewigkeit gedacht – doch nicht jede Entscheidung hält ein Leben lang. Viele Menschen lassen sich heute unerwünschte Motive wieder entfernen oder überstechen. Die Nachfrage nach Laserbehandlungen und Cover-ups steigt, denn was mit Anfang 20 noch Ausdruck der eigenen Identität war, passt später manchmal nicht mehr – nach Trennungen, Jobwechseln oder einfach, weil sich der Geschmack verändert hat.
Ganz spurlos verschwinden Tattoos allerdings oft nicht. Gerade dunkle Farben oder großflächige Motive bleiben selbst nach mehreren Behandlungen sichtbar. Dazu kommen hohe Kosten, lange Behandlungszeiträume und Schmerzen.
Warnung vor schwarzen Schafen der Branche
Die Veranstalter der 22. Tattoo-Show warnen deshalb vor vorschnellen Entscheidungen. In der Branche gebe es weiterhin schwarze Schafe – etwa bei Hygiene, Beratung oder technischer Qualität. Nicht jedes Studio arbeite auf dem gleichen professionellen Niveau.
Dario Mangieri rät daher, ein Studio sorgfältig zu prüfen: auf Sauberkeit, transparente Abläufe und vor allem auf Bewertungen und Erfahrungen anderer Kunden. „Man sollte genau hinschauen, wem man seine Haut anvertraut“, sagt er. Denn ein Tattoo bleibt im besten Fall ein Leben lang – womöglich sogar länger als die Liebe zu der Person, deren Namen man sich einst hat stechen lassen.
Am Ende zeigt sich: Tattoos sind immer mehr als nur Tinte auf Haut – sie erzählen Geschichten, die bleiben, auch wenn sich das Leben längst weitergedreht hat.
Infos
Phoenixhalle im Römerkastell
Naststraße 43-45
70376 Stuttgart
Samstag – 16.05.2026 Convention: 11:00 – 23:00 Uhr
Sonntag – 17.05.2026 Convention: 10:00 – 21:00 Uhr
Tagesticket: 15,-Wochenendticket: 25,-
AKTUELLES
Plötzlich erklärt Spanien die Stäffele: So schaut die Welt auf das Downhill-Finale in Stuttgart
Stuttgart im Ausnahmezustand vor dem Finale der Weltelite! Halsbrecherische Sprünge, rasende Mountainbiker – und die Welt schaut zu. Das Downhill-Spektakel Red Bull Cerro Abajo sorgt auch international für Aufmerksamkeit. In Spanien schreiben Sportmedien über den „Stäffele Drop“.

Stuttgart aus dem Häuschen: Für Red Bull Cerro Abajo fliegt die Weltelite durch den Kessel
Das Finale von Cerro Abajo kommt erst am Sonntag, doch Stuttgart ist schon jetzt aus dem Häuschen. Bereits zum Training strömen die Massen. Kuhglocken scheppern, Weltklassefahrer fliegen über die Straßen. EchtStuttgart erlebt das irre Spektakel von oben aus der Wohnung von Schauspieler Ruben Dietze. We love Stuttgart!
„Nicht mit uns!“: Warum die Trans* Pride heute durch Stuttgart zieht
Viele Transmenschen sehen bereits erkämpfte Rechte in Gefahr. Bei der Trans* Pride zieht die Community deshalb an diesem Samstag durch Stuttgart – für Selbstbestimmung und gegen Diskriminierung. Unter dem Motto „Nicht mit uns!“ soll die Demo zugleich eine klare Botschaft gegen den Rechtsruck und die Politik der AfD senden.
Racer-Night bei Breuninger: Fischi spricht über Risiken, Heimvorteil und den Weinberg-Wirbel
Bevor die weltbesten Urban-Downhill-Fahrer durch Stuttgart rasen, trifft sich die Szene am Freitagabend im DoQu: Breuninger hat mit der Modemarke AlphaTauri zur Racer-Night geladen. Local Hero Johannes „Fischi“ Fischbach spricht mit EchtStuttgart über Heimvorteil, Angst vor Stürzen und den Wirbel um sein Weinberg-Video.