Uwe Bogen
Tour-Start am Samstag in Stuttgart
„Die Toten Hosen ohne Hosen“: Die legendäre Freibad-Geschichte von 1990 in Sillenbuch
13. Juni 2026
Stuttgart und die Toten Hosen – die Verbindung reicht weit zurück, bis in die Mausefalle. Vor dem Konzert der Band auf dem Wasen blicken wir zurück auf unvergessene Höhepunkte und Kuriositäten – etwa auf „Die Toten Hosen ohne Hosen“, aufs Nacktbaden in Sillenbuch im Sommer 1990, kurz nach dem WM-Sieg.
Wir sollen austrinken, sie müssen gehen: Am Samstag starten Die Toten Hosen auf dem Cannstatter Wasen ihre große Tour „Trink aus! Wir müssen gehen“ – und alles deutet auf ein echtes Ausnahmekonzert hin.
Eine Abschiedstour ist es offiziell nicht – doch die Aussagen der Band zeigen, dass sie die verbleibende Zeit auf der Bühne bewusst intensiv nutzen will.
Erst Prag und Mailand, dann Luxemburg – jetzt kommt Stuttgart
Traditionell starten die Hosen ihre Tourneen nicht direkt mit den großen Open-Air-Konzerten. Bevor es nach Deutschland geht, wird zunächst in kleineren Hallen „eingespielt“.
Diesmal führte der Weg zunächst nach Prag und Mailand. Danach spielten Campino und Co. am Sonntag und Montag zwei Konzerte in der Rockhal in Esch-sur-Alzette, in der zweitgrößten Stadt von Luxemburg, noch mit einem Dach über dem Kopf.
EchtStuttgart hat bei Instagram nachgelesen, was die Fans schreiben. Die Resonanz ist überwältigend! Stuttgart kann sich freuen!
Hier einige Kommentare:
„Grandiose Show, war noch besser als das letzte Mal in Luxemburg.“
„Es war der Hammer, mega Konzert, hat einfach alles gepasst.“
„War geil, sogar meine Eltern waren abgegangen.“
Mehr als 30 Songs standen auf der Setlist. Neben den großen Klassikern präsentierte die Band dabei gleich neun Titel ihres neuen Studioalbums – ein Vorgeschmack auf das, was die Fans am Samstag auf dem Wasen erwartet. Mit dabei in Luxemburg: die Leute von Pro Asyl, die bei vielen Konzerten dabei sind, um über ihre Arbeit zu informieren.
Dass der Tourauftakt in Stuttgart stattfindet, passt zur Geschichte der Band. Denn die Verbindung zwischen den Toten Hosen und unserem Kessel reicht weit zurück.
Bereits zu Zeiten ihrer Vorgängerband ZK spielten die Punkrocker aus Düsseldorf in den 80ern in der legendären Mausefalle an der Tübinger Straße – direkt neben der berüchtigten Natalie-Bar. Dort erlebte Campino einen seiner peinlichsten Auftritte: Das Publikum stellte während des Konzerts demonstrativ Stuhlreihen vor der Bühne auf, setzte sich gelangweilt hin und zeigte keinerlei Reaktion. Erst später begriff die Band, dass die Stuttgarter Punkszene ihnen einen Spaß gespielt hatte.
Auch nach der Gründung der Toten Hosen blieb Stuttgart ein wichtiger Ort der Bandgeschichte. Im Maxim an der Olgastraße wurde der Andrang so groß, dass der Club förmlich gestürmt wurde.
Die Toten Hosen ohne Hosen
Und dann gibt es noch jene Geschichte, die längst zur lokalen Punkfolklore gehört: Am 2. August 1990 haben sich die „echten Vollbadmusiker“ nach Mitternacht ins kühle Nass gestürzt. Eine Streife hatte um 0.43 Uhr im Freibad Sillenbuch „Täter eins bis drei teilweise beim Nacktbaden angetroffen“.
Campino und Co. waren’s, die zum Baden mit einem Ortskundigen über den Zaun geklettert sind. Leider hat man damals keine Selfies gemacht. Jahre später erinnerte sich der Sänger an den Badespaß in einer heißen Sommernacht. „Uns hatte einer mitgeschleppt“, erzählte er Jahre später in Stuttgart, „wir waren gerade euphorisiert aus Italien zurück.“ Dort war Deutschland Fußball-Weltmeister geworden. In der Zeitung stand: „Die Toten Hosen ohne Hosen“ – eine Episode, die bis heute immer wieder erzählt wird,
Noch Tickets? Nur mit Glück
Offiziell sind sämtliche regulären Tickets ausverkauft. Sowohl der Ticketshop der Band als auch die großen Vorverkaufsstellen melden seit Monaten „keine Tickets verfügbar“.
Wer dennoch dabei sein möchte, sollte die offiziellen Weiterverkaufsplattformen beobachten. Auf TicketSwap tauchen regelmäßig kurzfristig Karten auf. Auch Rückläufer bei Vorverkaufsstellen können in den letzten Tagen vor der Veranstaltung wieder freigegeben werden.
Internationale Resale-Portale bieten ebenfalls Tickets an – allerdings häufig zu deutlich höheren Preisen als ursprünglich verlangt wurden.
Am Ende geht es am Samstag um genau das, was der Tourtitel verspricht: austrinken, gemeinsam feiern – und einen Abend erleben, der zeigt, warum diese Band auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Wucht verloren hat. Womöglich gilt das auch für die Fans, die ebenso älter geworden sind. Und nach dem Austrinken ist vor dem Lostrinken
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