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Vier Schläge auf dem Wasen

„Als wär er net ganz bache“: Wie sich OB Frank Nopper bei der Eröffnung durchs Volksfest reimt


Uwe Bogen 2 Min. Lesezeit News

Der schwäbische Herrgott trinkt Bier – und für Hagel, Strobl und Özdemir gibt’s höchstens eines: OB Frank Nopper eröffnet das 179. Cannstatter Volksfest in der Schwabenwelt mit vier Schlägen, deftigen Reimen und Spitzen gegen die Landespolitik – „als wär er net ganz bache“, wie er selbst sagt.

OB Frank Nopper braucht vier Schläge, bis das Bier fließt. Foto: Phil Hagebölling

Drei „Volksfest-Freudenbotschaften“ hat Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper zur Eröffnung des 179. Cannstatter Volksfest vorbereitet – vor ihm sitzt am Freitagnachmmitag im Schwabenwelt-Zelt von Michael Wilhelmer die gesamte Stadt- und Landesprominenz.  Seine erste Botschaft gilt der Landespolitik – und einer Premiere: Erstmals in der Geschichte des Cannstatter Volksfestes schickt das Land eine Landwirtschaftsministerin zur Eröffnung.

Mit Marion Gentges kam zudem eine „waschechte Badnerin aus Haslach im Kinzigtal“ in die von Nopper so bezeichnete „Herzkammer Württembergs“. Für den OB ein Zeichen, dass das Volksfest auch ein „Hort des Fortschritts, der Emanzipation und der Völkerverständigung“ sei.

Ein Bier für Hagel, Strobl und Özdemir

Nopper ruft die politische Landesprominenz zur Mäßigung auf: 

„Bei guter Führung gibt’s a Volksfescht-Bier,
sogar für Hagel, Strobl, Özdemir,
aber bloß eines, wir wollet’s ja net übertreiba.“

Der schwäbische Herrgott trinkt Bier

Bier spielt in Noppers zweiter „Freudenbotschaft“ sowieso  die Hauptrolle. „In Maßen genossen“ sei es ein „himmlisches Getränk“. Aus „gut informierten Kreisen“ sei ihm sogar zugetragen worden, dass auch im Himmel Bier getrunken werde.

Noppers Begründung: „Der schwäbische Herrgott, glaubet mir, trinkt nicht Champagner, sondern Bier.“

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Im Schwabenbräu-Festzelt von Michael und Daniela Wilhelmer liegt für den Oberbürgermeister der nächste Reim nahe:

„Worauf i mi saumäßig freu,
isch’s Volksfescht ond a Schwobabräu.“

Riesenrad schlägt Rathausturm

Seine dritte „Freudenbotschaft“ widmet Nopper einer der auffälligsten Attraktionen auf dem Wasen: dem 65 Meter hohen Riesenrad. Das sei das weltweit größte reisende Riesenrad – und sogar vier Meter höher als der Stuttgarter Rathausturm.

Für den Rathauschef ein willkommener Anlass, bei der Eigenwerbung diesmal keinerlei schwäbische Sparsamkeit walten zu lassen. Das Cannstatter Volksfest sei nicht nur „das größte Fest aller alten und neuen Schwaben“, sondern gleich „das schönste und großartigste Fest in Deutschland, Europa und der Welt“.

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„Vor Freud mach’ i mir fascht en d’Hos“

Die kräftigsten Pointen hebt sich Nopper für den Schluss auf. Mit einem selbst verfassten „Volksfest-Lieblingsgedicht“ nimmt der OB vor allem einen aufs Korn: sich selbst.

„Des Volksfescht goht heut’ endlich los,
vor Freud mach’ i mir fascht en d’Hos.
Dr’ Nopper lässt’s heut’ richtig krache,
klopft Sprüch, als wär er net ganz bache.“

Dass auch eine Volksfestrede irgendwann zu Ende gehen muss, verarbeitet Nopper ebenfalls in Versform:

„Für heut’ jedoch komm i zum Schluss,
weil ja au i kapiere muss:
Der kommt beim Volk am beschte a,
der d’Gosch auch wieder halte ka.“

Zum Abschied gibt  es noch einen letzten schwäbischen Rat: „Die Krüge hoch und sauber bleiba.“ Und: „Treibets net zu bunt!“

Nach dem Fassanstich wünscht Nopper den Besucherinnen und Besuchern ein „wunderbares, freudvolles und friedliches Cannstatter Volksfest“ – und erklärt das 179. Volksfest offiziell für eröffnet.

Die Eröffnungsfeier wird im
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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Bier für Hagel, Strobl und Özdemir
  2. Der schwäbische Herrgott trinkt Bier
  3. Riesenrad schlägt Rathausturm
  4. „Vor Freud mach’ i mir fascht en d’Hos“

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