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Comedy du Palais feiert Premiere

„Rent a Black“: Schräge SWR-Serie und STELP-Benefiz im StadtPalais – läuft für Cossu!


Uwe Bogen 5 Min. Lesezeit News

Diversität auf Bestellung? In „Rent a Black“ kann man sich einen Schwarzen mieten. Die Hauptrolle spielt Cossu, für den Gerrit Klein aus Ludwigsburg eine schräge Serie für den SWR entwickelt hat. Am 9. November steht der Comedian mit Fabi Rommel und Co. im StadtPalais auf der Bühne – ein Teil der Einnahmen geht an STELP.

Läuft gut für Cossu: Er ist Hauptdarsteller der neuen SWR-Serie "Rent a Black" von Gerrit Klein und tritt am 9. November bei der Premiere "Comedy du Palais" im Stadtpalais Stuttgart auf. Foto: Veranstalter

Manchmal trifft er auf Menschen, sagt Gerrit Klein, bei denen er sofort weiß: „Mit dir muss ich etwas machen.“ So ging es dem Ludwigsburger Produzenten (Gigantenfilm) und Schauspieler, als er Lukas Staier alias Cossu kennenlernte. Gerrit war von dem Comedian sofort begeistert und dachte sich für ihn eine eigene Serie aus: „Rent a Black“, eine achtteilige Dark Comedy für die Mediathek der ARD.

„Ich bin wahnsinnig dankbar und stolz, dass er meiner Vision vertraut hat, für ihn eine eigene Serie zu entwickeln, in der er eine fiktionalisierte Version seiner selbst spielt“, sagt Gerrit. Als Vorbild diente ihm unter anderem seine Lieblingsserie „Pastewka“ – allerdings mit einer ganz anderen Idee.

Erst mal live im StadtPalais

Bevor Cossu als Serienheld auf dem Bildschirm zu sehen ist, können ihn die Stuttgarter live erleben. Am 9. November feiert „Comedy du Palais“ im StadtPalais Premiere. Sechs Comedians, zwei Halbzeiten und ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort: Das von STRIVE organisierte Event bringt unter anderem Fabi Rommel als Headliner auf die Bühne. Durch den Abend führt Nebi Tuncer. Auch Cossu gehört zum Line-up.

„Unser Ansatz ist, Comedy im StadtPalais als eigenen Kulturabend zu entwickeln: mit bekannten Namen, neuen Stimmen und unterschiedlichen Perspektiven auf einer Bühne“, erklärt Organisator José-Alex Mem Ikeng.

Der Abend hat außerdem einen sozialen Aspekt: Ein Teil der Einnahmen geht an die Stuttgarter Hilfsorganisation STELP. Unsere Leserinnen und Leser wissen sowieso: Helfen macht happy.

„Rent a Black“: Diversität zum Mieten

In der neuen SWR-Serie spielt Cossu einen Comedian namens Lukas, dessen Karriere nicht so richtig in Schwung kommt. Weil das Geld knapp wird, entwickelt er eine ungewöhnliche Geschäftsidee: Er vermietet sich an Menschen, Unternehmen und Prominente, die mit seiner Anwesenheit besonders weltoffen und divers erscheinen wollen.

Das Geschäftsmodell ist simpel: Gebucht wird „ein Schwarzer“, geliefert wird Lukas. Und meistens läuft alles anders als geplant.

Gleich in der ersten Folge wird Lukas von einer PR-Managerin für einen Pressetermin mit Schauspieler Frederick Lau gebucht. Der hat in einem Kinofilm Carl Hagenbeck gespielt, der einst Menschen in sogenannten Völkerschauen ausstellte. Lukas soll bei dem Termin für Diversität sorgen. Als er unerwartet selbst Fragen beantworten muss, gerät die Situation außer Kontrolle.

Auch Chris Tall, Steffen Henssler, Tutty Tran und Katharina Thalbach sind mit dabei. Die Serie nimmt eine Gesellschaft aufs Korn, die Vielfalt gerne demonstriert, dabei aber nicht selten in Klischees und Widersprüche stolpert.

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Gerrit Klein: Schauspieler und erfolgreicher Produzent

Gerrit Klein kennt das Filmgeschäft von beiden Seiten der Kamera. Der Schauspieler, der in Ludwigsburg lebt, spielte unter anderem im Kinofilm „Cranko“ von Regisseur Joachim A. Lang die große Liebe des berühmten Stuttgarter Choreografen John Cranko.

Mit seiner Produktionsfirma Giganten Film feiert er auch hinter der Kamera Erfolge. Zu den Produktionen zählen unter anderem „Die Füchsin“ und „Vier Minus Drei“. Neuerdings produziert Klein mit seinem Team auch den Schwarzwald-„Tatort“ des SWR.

Für „Rent a Black“ arbeitete er mit Lukas Staier und Marc Schlegel zusammen. Schlegel schrieb die Drehbücher, Regie führte Julius Grimm. Nach 38 Drehtagen in Köln und Freiburg fiel jetzt die letzte Klappe.

Die achtteilige Serie wurde von Giganten Film im Auftrag des SWR für die ARD Mediathek produziert. Wann „Rent a Black“ veröffentlicht wird, steht bisher noch nicht fest.

Cossu: Vom Klassenclown zum Comedy-Star

Lukas Staier alias Cossu hat einige berufliche Umwege hinter sich. Der 36-Jährige wuchs in Haslach im Kinzigtal auf, studierte auf Lehramt, arbeitete als Erzieher und träumte lange von einer Karriere als Rapper. Stationen seines Lebens führten ihn auch nach Heidelberg und Stuttgart. Heute lebt er wieder in Freiburg.

Gerrit Klein (Zweiter von rechts) mit dem Team der Serie "Rent a Black". Foto: SWR

Schon mit zwölf Jahren schrieb er eigene Raptexte. Deutschrap gab ihm damals etwas, das er in seinem Umfeld oft vermisste: das Gefühl, verstanden zu werden. Besonders Künstler wie Samy Deluxe prägten ihn. „In meinem Herzen bin ich immer noch Rapper“, sagt Cossu heute.

Doch der große musikalische Durchbruch blieb aus. Als schließlich das Referendariat anstand, entschied er sich gegen die sichere Lehrerkarriere und für die Kunst. „Ich habe noch Hunger, ich habe noch Bock, ich will weitermachen mit Kunst“, erinnert er sich.

Während der Pandemie begann er, lustige Dialekt-Videos auf TikTok und Instagram zu veröffentlichen. Vier Monate lang stellte er täglich einen neuen Clip online. Die Videos gingen viral, innerhalb kurzer Zeit wuchs seine Fangemeinde auf mehr als 100.000 Menschen.

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Dass er einmal mit Humor erfolgreich sein würde, überraschte sein Umfeld wenig. „Ich war schon immer eher der Klassenclown“, erzählt er. Über Kontakte zu Bülent Ceylan fand er schließlich auch den Weg auf die Comedy-Bühne.

Schwarzwälder Dialekt trifft deutschen Alltag

Sein neues Programm heißt „We Are Germans“. Obwohl Cossu im Schwarzwald aufgewachsen ist und ganz selbstverständlich Dialekt spricht, erleben ihn manche Menschen offenbar immer noch nicht als Deutschen. „Ich rede nicht über ‚die Deutschen‘, sondern über ‚uns‘ – ich bin Teil davon“, stellt er klar.

Genau diese Erfahrungen machen ihn auch für „Rent a Black“ zu einer interessanten Besetzung. Die Serie spielt mit Vorurteilen, vermeintlich guten Absichten und der Frage, wie ernst es unserer Gesellschaft eigentlich mit der Vielfalt ist.

EMMVEE und Fabi Rommel (links) haben im Oktober den ersten Comedy Club in Stuttgart eröffnet. Foto: Ramiro Simone

Immer mehr Comedy in Stuttgart

Stuttgart ist lustig! Die Stadt hat immer mehr Comedy-Angebote – wie eine richtige Großstadt. Neben dem Comedy-Clash im Wizemann gibt es seit wenigen Wochen den  ELEVEN Comedy Club in der früheren Lerche 22 im Marquardt-Gebäude. Hinter dem neuen Club stehen unter anderem Endgame, Chimperator, Fabi Rommel und EMMVEE. Von Donnerstag bis Sonntag gibt es dort Shows, auch Nachwuchstalente bekommen eine Bühne.

„Man muss jetzt nicht mehr zwingend nach Berlin, um Comedy beruflich zu machen!“, sagt Fabi Rommel über die Entwicklung der Szene.

Ist „Comedy du Palais“ also Konkurrenz für den neuen Club?

Marvin Endres vom ELEVEN sieht das entspannt: „Das ist ein Charity Event für den guten Zweck, sowas unterstützt man natürlich.“

Auch Organisator José versteht das neue Format als Ergänzung. „Mehr gute Bühnen können meiner Meinung nach dazu beitragen, dass Menschen insgesamt häufiger zu Comedy gehen.“

Ob sich „Comedy du Palais“ dauerhaft etabliert? Das ist das Ziel. Zunächst ist die Veranstaltung als einmalige Premiere geplant.

Lachen und dabei helfen macht happy

Für Cossu ist der Auftritt in Stuttgart auch eine Rückkehr in eine Stadt, in der er früher selbst gelebt hat. Inzwischen hat sich der einstige Klassenclown vom Schwarzwald zum Social-Media-Star, Bühnen-Comedian und SWR-Hauptdarsteller entwickelt.

Seine Geschichte zeigt, dass sich Umwege lohnen können – und dass ein Schwarzwälder Dialekt manchmal sogar die bessere Eintrittskarte ins Showgeschäft ist als ein Lehramtsabschluss.

Service

Comedy du Palais – 9. November 2026

StadtPalais – Museum für Stuttgart

Mit Fabi Rommel, Cossu, Nebi Tuncer und weiteren Comedians.

Ein Teil der Einnahmen geht an die Stuttgarter Hilfsorganisation STELP.

Tickets: https://www.ticketmaster.de/artist/comedy-du-palais-tickets/1534323

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Erst mal live im StadtPalais
  2. „Rent a Black“: Diversität zum Mieten
  3. Gerrit Klein: Schauspieler und erfolgreicher Produzent
  4. Cossu: Vom Klassenclown zum Comedy-Star
  5. Schwarzwälder Dialekt trifft deutschen Alltag
  6. Immer mehr Comedy in Stuttgart
  7. Lachen und dabei helfen macht happy
  8. Service

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