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EchtStuttgart startet Umfrage

Am Tag vor der Gen-Z-Demo: Wie sich Stuttgart auf das Ungewisse vorbereitet


Uwe Bogen 2 Min. Lesezeit News

Mit Brettern geschützte Geschäfte fallen auf, bleiben aber die Ausnahme. Am Tag vor der Gen-Z-Demo, bei der keiner weiß, was passiert, wirkt Stuttgart gelassen. Fast alles läuft wie immer, zeigt unser Rundgang. Wie seht ihr die Demo? Macht mit bei der Umfrage von EchtStuttgart in den Stadtstimmen!

Freenet auf der Königstraße und Omega bei der Stiftskirche haben ihre Läden mit Brettern gesichert. Fotos: Uwe Bogen

14 Grad, mit warmer Jacke könnte man durchaus noch im Straßencafé sitzen und seinen Kaffee trinken. Doch vor dem Königsbau werden an diesem Freitagnachmittag Tische und Stühle abgebaut. Offenbar vorsichtshalber, damit sie bei möglichen Ausschreitungen nicht als Wurfgeschosse dienen können. Auch das Blumenbeet am Schlossplatz ist abgesperrt.

Ansonsten läuft in der Innenstadt alles wie gewohnt. Menschen schlendern an den Geschäften vorbei, kaufen ein, unterhalten sich. Nichts sieht nach der berühmten Ruhe vor dem Sturm aus.

Vor Omega wird gehämmert und genagelt

Nur wenige Geschäfte haben sich verbarrikadiert. Vor Omega unweit der Stifttskirche werden Holzbretter angebracht. Ein Passant bleibt stehen und kommentiert: „Die zahlen jetzt 2000 oder 3000 Euro, damit der Laden verschanzt ist – aber die Demo führt doch gar nicht mehr durch die Stadt, sondern über die B14 zum Marienplatz.“

Ein anderer entgegnet: „Man weiß nicht, ob die sich an den vorgeschriebenen Weg halten.“

Man weiß ziemlich wenig darüber, was passiert.

Wer Randale macht, klaut der Jugend ihre Stimme

Auch bei Freenet auf der Königstraße  ist bereits alles mit Holzplatten gesichert. Dieses Mobilfunkgeschäft  ist bereits am Freitag geschlossen. Auf einem Zettel steht die Nummer einer Hotline, die man anrufen kann, sollte etwas Wichtiges anliegen.

 Die wenigen verbarrikadierten Läden fallen gerade deshalb auf, weil ringsherum alles normal weiterläuft. Sie machen eine Sorge sichtbar, die im übrigen Stadtbild kaum zu spüren ist.

Erinnerungen an die Krawallnacht

Die Bretter wecken Erinnerungen an die Stuttgarter Krawallnacht vom Juni 2020. Damals wurden nach einer eskalierten Polizeikontrolle rund 40 Geschäfte beschädigt, neun geplündert und 32 Polizisten verletzt. Doch lässt sich das vergleichen? Damals war Corona-Zeit, Frust hatte sich angestaut. Heute sind es junge Menschen, die mit der Politik unzufrieden sind. Viele fühlen sich nicht gehört, weil viel versprochen, aber wenig gehalten wird.

Diskutiert wird auch über Frankreich, wo teils gewaltsame Jugendproteste politischen Druck erzeugten. Dort soll nun mehr Geld in Schulen fließen. Aber braucht es wirklich Gewalt, damit die Politik reagiert?

Eine Demonstration ist schließlich keine Krawallnacht. Und dass junge Menschen auf die Straße gehen, bedeutet noch lange nicht, dass sie randalieren.

Vor dem Königsbau werden Tische und Stühle der Außengastronomie weggeräumt. Foto: Uwe Bogen
Auch das Blumenbeet auf der Königstraße wird geschützt. Foto: Uwe Bogen

Stuttgart bleibt gelassen

Am Freitag jedenfalls ist von Angst wenig zu merken. Die allermeisten Geschäfte sind offen, die Menschen bummeln wie immer. Bei Breuninger heißt es, man werde engen Kontakt zur Polizei halten. Sollte etwas vorfallen, werde man rasch handeln und schließen – die Sicherheit für Kunden und Personal stehe an erster Stelle.

Stadtstimmen

Macht mit bei der Umfrage unserer Stadtstimmen!

Und was meint ihr? Sind die Sicherheitsvorkehrungen sinnvoll oder übertrieben? Können die Gen-Z-Proteste politisch etwas bewirken?

EchtStuttgart hat dazu eine Umfrage auf dieser Website  bei den Stadtstimmen gestartet. Macht mit und sagt uns eure Meinung!

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Vor Omega wird gehämmert und genagelt
  2. Erinnerungen an die Krawallnacht
  3. Stuttgart bleibt gelassen
  4. Macht mit bei der Umfrage unserer Stadtstimmen!

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