Uwe Bogen
Es geht wieder los!
Ausgebremst, aber voller Elan: EchtStuttgart ist zurück – warum Cyberangriffe zunehmen
3. August 2026
Wir sind wieder da! Und das war ein hartes Stück Arbeit! Das Team von EchtStuttgart bedankt sich für die aufmunternden Nachrichten und kehrt nach dem Hackerangriff Schritt für Schritt mit Verbesserungen zurück. Ein Blick auf digitale Angriffe im Zeitalter von KI.
Der Hackerangriff auf EchtStuttgart hat uns für eine Woche ausgebremst. Für ein junges Magazin ist das ein harter Schlag.
In den vergangenen Tagen wurde immer wieder darüber spekuliert, wer ein Interesse daran haben könnte, EchtStuttgart zu stoppen. Auch uns erreichten zahlreiche Vermutungen. Unsere Energie stecken wir jedoch nicht in Spekulationen, sondern in Verbesserungen.
Die unfreiwillige Pause nutzten wir, um hinter den Kulissen vieles neu aufzustellen – und wir sind noch nicht ganz fertig damit. Die Website wird beim Wiederaufbau schneller, übersichtlicher und erhält einige neue Funktionen, die es bisher noch nicht gab. Aus diesem Rückschlag machen wir einen Neustart – und am Ende hoffentlich ein noch besseres EchtStuttgart. Bis so weit ist, müssen wir die Seite neu aufbauen – das hat viele Stunden, ja viele Tage gedauert.
Eure Unterstützung hat uns beeindruckt
Noch während die Website offline war, erreichten uns zahlreiche Nachrichten und E-Mails. Viele von euch haben nachgefragt, mitgefiebert und uns Mut gemacht. Diese Unterstützung hat uns in den vergangenen Tagen sehr gut getan.
Einige Nachrichten möchten wir mit euch teilen:
„Wir waren es nicht“, schrieb ein SWR-Fernsehmann.
„Willkommen im Club. Bei uns haben vor einigen Wochen auch Hacker die Website lahmgelegt. Es kann jeden treffen.“
„Wer erfolgreich ist, hat Neider. Habt ihr euch überlegt, wer dahinter stecken könnte?“
„Das ist echt schlimm. Aber gut, dass ihr so offen damit umgeht.“
„Ihr fehlt uns schon jetzt. Freuen uns auf euer Comeback.“
Für diese und viele weitere Nachrichten möchten wir uns herzlich bedanken. Sie haben uns gezeigt, dass hinter EchtStuttgart eine starke Community steht – und uns zusätzlich motiviert, mit voller Energie zurückzukommen.
Cyberangriffe werden immer häufiger
Der Angriff auf EchtStuttgart ist kein Einzelfall. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich nicht um einen gezielten Angriff auf unser Magazin, sondern um eine Angriffswelle, von der zahlreiche auf WordPress basierende Websites betroffen waren.
Der Vorfall zeigt zugleich, dass Cyberkriminalität längst keinen Unterschied mehr zwischen internationalen Konzernen und lokalen Medien macht. Ob Mittelständler, Arztpraxis, Stadtverwaltung oder Online-Magazin – wer digital arbeitet, kann zum Ziel werden.
Die Zahl der Cyberangriffe steigt seit Jahren. Ein Grund dafür ist, dass Attacken heute immer einfacher durchgeführt werden können. Kriminelle suchen automatisiert nach bekannten Sicherheitslücken – etwa in weit verbreiteten Content-Management-Systemen wie WordPress oder deren Erweiterungen. Dabei geht es häufig nicht um ein bestimmtes Unternehmen, sondern darum, möglichst viele verwundbare Websites gleichzeitig anzugreifen.
Hinzu kommt die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Sie ermöglicht es Angreifern, täuschend echte Phishing-Mails zu erstellen, Schadsoftware schneller weiterzuentwickeln oder sogar Stimmen und Videos zu fälschen. Dadurch sinkt die Einstiegshürde für Cyberkriminelle, während professionelle Hacker ihre Angriffe weiter automatisieren können.
Die Motive der Hacker
Nicht jeder Cyberangriff verfolgt dasselbe Ziel. Oft steht finanzieller Gewinn im Vordergrund – etwa durch Erpressung mit verschlüsselten Daten oder den Verkauf gestohlener Informationen. Andere Angriffe dienen der Wirtschaftsspionage oder verfolgen politische Interessen.
Daneben gibt es sogenannte Massenangriffe. Dabei scannen Kriminelle das Internet automatisiert nach bekannten Schwachstellen. Wer diese Sicherheitslücken nicht rechtzeitig schließt, kann unabhängig von Größe oder Bekanntheit zum Opfer werden.
Prominente Beispiele
Dass selbst große Organisationen nicht sicher sind, zeigen zahlreiche Fälle: Der Gesundheitsdienstleister Change Healthcare wurde 2024 durch eine Ransomware-Attacke lahmgelegt. Ebenfalls 2024 sorgte ein Angriff auf den Softwareanbieter CDK Global für massive Probleme in tausenden Autohäusern. Bereits 2023 traf es den Hotelkonzern MGM Resorts, 2022 mussten nach einem Angriff die IT-Systeme der Industrie- und Handelskammern in Deutschland abgeschaltet werden.
Experten raten: Vorsorge ist der beste Schutz
Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfehlen regelmäßige Sicherheitsupdates, sichere Passwörter, die Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie aktuelle Backups. Ebenso wichtig sei ein kritischer Umgang mit E-Mails und Links unbekannter Absender. Viele Angriffe beginnen mit einer Phishing-Nachricht oder nutzen Sicherheitslücken aus, für die längst Updates bereitstehen.
Jetzt sind wir wieder da! Darüber freuen wir uns sehr. Und es hat uns natürlich gefreut, dass uns viele vermisst haben. Dankeschön für Eure Unterstützung.
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