Uwe Bogen
EchtStuttgart exklusiv
Jetzt offiziell: Manfred Rommels Urne in aller Stille auf den Waldfriedhof umgebettet
18. Juli 2026
Fast 13 Jahre nach seinem Tod wurde Manfred Rommels Urne jetzt von Sillenbuch auf den Waldfriedhof umgebettet. Das bestätigt die Rathaus-Pressestelle gegenüber EchtStuttgart, nachdem unser Magazin exklusiv über sein neues Grab berichtet hatte.
Mit einem stillen Ortswechsel endet ein letztes Kapitel von Manfred Rommel. Die Urne des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers wurde jetzt vom Ostfilderfriedhof in Sillenbuch auf den Waldfriedhof überführt. Das bestätigt die Stadt gegenüber EchtStuttgart.
Die Umbettung geschah bewusst in aller Ruhe und ohne öffentliche Begleitung – ganz dem Anlass entsprechend.
Unser Magazin hatte bereits exklusiv darüber berichtet, dass Manfred Rommel künftig auf dem Waldfriedhof beigesetzt sein wird. Bisher war allerdings unklar, ob die Umbettung bereits erfolgt war oder ob zunächst nur der neue Grabstein aufgestellt worden war. Nun gibt es Gewissheit.
Nun teilte die Pressestelle auf unsere Anfrage mit:
„Die Urne des Ehrenbürgers Manfred Rommel ist vom Ostfilderfriedhof auf den Waldfriedhof umgebettet worden. Die Umbettung erfolgte jetzt in Absprache und mit Zustimmung der Familie.“
Manfred Rommel war am 7. November 2013 im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine Beisetzung erfolgte damals in einem Ehrengrab auf dem Ostfilderfriedhof im Stadtteil Sillenbuch. Es war ein Ort mit persönlicher Bedeutung: Die Familie Rommel hatte dort viele Jahre gelebt, Sillenbuch war eng mit ihrem privaten Leben verbunden.
Nun ist der frühere Rathauschef ein letztes Mal umgezogen – dorthin, wo viele bedeutende Persönlichkeiten der Stadt ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Gemeinsam mit seiner Frau im neuen Ehrengrab
Auf dem Grabstein auf dem Waldfriedhof stehen inzwischen die Namen beider Eheleute. Zu lesen ist:
„Manfred Rommel
Oberbürgermeister der Stuttgart“
sowie der Name seiner Frau Liselotte Rommel, die am 23. Mai 2026 gestorben ist.
Mit der Umbettung sind die Eheleute nun auch über den Tod hinaus wieder vereint.
Ein Ort des Gedenkens
Für die vielen Verehrer Manfred Rommels ist die Nachricht von Bedeutung. Der frühere Oberbürgermeister zählt bis heute zu den beliebtesten Stadtoberhäuptern Stuttgarts. Viele Bürgerinnen und Bürger schätzen ihn noch immer wegen seiner Menschlichkeit, seines feinen Humors und seiner oft entwaffnenden Schlagfertigkeit.
Wer künftig an Manfred Rommel erinnern möchte, findet seine Grabstätte nun auf dem Waldfriedhof bei den Ehrengräbern.
Vom Skeptiker zum Liebling in Stuttgart
Als Manfred Rommel 1974 Oberbürgermeister wurde, begegneten ihm viele zunächst mit Skepsis. Doch mit den Jahren gewann er die Herzen der Stuttgarter. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte er die Stadt – sachlich, bürgernah und mit einem trockenen Humor, der legendär wurde.
Seine pointierten Sprüche machten ihn weit über Stuttgart hinaus bekannt. Mehrere Bücher mit seinen Zitaten erreichten für einen kleinen Verlag ungewöhnlich hohe Auflagen. Bis heute werden seine Bonmots gerne gelesen und zitiert – weil sie Witz, Gelassenheit und Lebensklugheit verbinden.
Rommels beste Sprüche: „Ehret die Alten, eh‘ sie erkalten“
Wir erinnern mit einigen seiner Sprüchen an eine Legende des Stuttgarter Rathauses, die immer noch gern bei Reden zitiert werden.
- „Toleranz wird oft mit Meinungslosigkeit verwechselt. Aber nicht der Meinungslose ist tolerant, sondern der, der eine Meinung hat, aber es den anderen zubilligt, eine abweichende Meinung zu haben und diese auch zu sagen.“
- „Wer innerlich nicht frei ist, der hat auch keine Freizeit.“
- „Nostalgie ist die Fähigkeit, darüber zu trauern, dass es nicht mehr so ist, wie es früher nicht gewesen ist.“
- „Ehret die Alten, eh‘ sie erkalten.“
- „Früher musste man noch richtig etwas machen, um in die Zeitung zu kommen. Heute braucht man bloß noch etwas zu sagen.“
- „Man muss dafür sorgen, dass am Ende die Rechnungen stimmen und nicht stimmend gemacht werden.“
- „Es gibt Politiker, die das, was sie sagen, glauben. Und es gibt solche, die das, was sie sagen, nicht glauben. Erstere sind gefährlich.“
- „Zur Demokratie gehört, dass man nicht jeden Interessenhaufen zum Volk erklärt.“
- „Der Mensch, vor allem der junge Mensch, braucht die Hoffnung auf Fortschritt. Älteren Menschen genügt es, wenn sie hoffen können, dass es nicht schlechter wird.“
- „Es erhebt sich die grundsätzliche Frage: Wie soll man in der Politik mit der Wahrheit umgehen? Die Antwort muss lauten: vorsichtig.“
- „Der Mensch neigt dazu, das, was in seinem Kopf ist, für die Wahrheit zu halten – und wenn er absolut nichts denkt, sogar für die absolute Wahrheit.“
- „Nur ein Mensch, der ohne G’spür ist, will durch die Wand, wo keine Tür ist.“
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