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Interview mit dem KOSMO-Veranstalter

Konstantin Wulle liebt Daypartys: „Am Ende geht es um Orte, Menschen und besondere Momente“


Manuel Kloker ·27. August 2026 ·6 Min. Lesezeit Events

Daypartys haben für Veranstalter Konstantin Wulle einen großen Vorteil: richtig feiern, ohne den nächsten Tag zu verlieren. Mit EchtStuttgart spricht er über den Erfolg von KOSMO, besondere Orte, offene Partykultur und Stuttgarts Nachtleben. Am Samstag erlebt sein Format ein Highlight: auf dem Porsche Tower.

Kosmo-Veranstalter Konstantin Wulle (rechts) und. sein Partner Simon Blume. Foto: privat

EchtStuttgart: Vor ziemlich genau einem Jahr hat KOSMO unter dem Hohen Asperg angefangen, am Samstag, 29. August, feiert ihr euer Einjähriges hoch über Stuttgart im Porsche Design Tower. Hättest du damals gedacht, dass KOSMO. innerhalb eines Jahres so erfolgreich wird – und wie fühlt sich diese Entwicklung für dich an?

Konstantin Wulle: Gedacht vielleicht nicht – aber gehofft auf jeden Fall. Wenn ich ein Projekt anfange, möchte ich es richtig machen und mit viel Energie weiterentwickeln. Trotzdem hätte ich vor einem Jahr wahrscheinlich nicht erwartet, was daraus in so kurzer Zeit entsteht.

KOSMO ist ziemlich spontan entstanden. Ich hatte Lust, einen Raum zu schaffen, in dem ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen und gemeinsam eine gute Zeit haben können. Neben meinem Beruf als Architekt sind Veranstaltungen für mich ein schöner Ausgleich, gleichzeitig gibt es viele Parallelen: Es geht um Orte, Atmosphäre und Menschen. Bei einer Veranstaltung kommen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären, tauschen sich aus, inspirieren sich gegenseitig – oder tanzen einfach ein paar Stunden miteinander.

„Über den Dächern der Stadt zu feiern ist ganz besonders“

EchtStuttgart: Inzwischen wirst du oft eingeladen in Locations.

Konstantin Wulle: Genau. Dass mittlerweile Gastronomen und Locations auf mich zukommen und fragen, ob wir gemeinsam eine KOSMO-Party machen möchten, freut und ehrt mich sehr. Vor allem bin ich aber dankbar für die vielen Menschen, die KOSMO. im vergangenen Jahr unterstützt haben – von den Locations und Partnern über unsere DJs bis zu unseren Gästen. Ohne sie wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.

Und jetzt, ein Jahr später, mit so vielen Menschen über den Dächern von Stuttgart zu feiern, ist ein ziemlich besonderer Moment.

Foto:
Fotos: Katja Aesthetic - Katja Schwarz

EchtStuttgart: KOSMO setzt ganz bewusst auf Daypartys. Warum bist du persönlich so ein Fan davon – und was können sie, was eine klassische Clubnacht nicht kann?

Konstantin Wulle: Ich mag an Daypartys vor allem diese Leichtigkeit. Man startet am Nachmittag, die Sonne scheint hoffentlich, man trifft Freunde, trinkt etwas zusammen und irgendwann merkt man, dass aus einem entspannten Nachmittag eine richtige Party geworden ist.

Gleichzeitig erreicht man Menschen, die vielleicht gar nicht mehr um Mitternacht in einen Club gehen würden. Bei KOSMO waren schon meine Geschwister, Freunde, die mittlerweile Eltern sind, meine Eltern und deren Freunde – genauso wie Menschen Anfang 20, die danach noch bis tief in die Nacht weiterziehen. Diese Mischung finde ich unglaublich schön.

 

Konstantin Wulle mit DJ Soulstar. Foto: privat

Deshalb soll KOSMO auch musikalisch nicht zu verkopft sein. House ist unsere Basis, aber im Laufe des Abends darf es durchaus etwas zugänglicher und bekannter werden. Unser Resident-DJ Soulstar hat dafür ein wahnsinnig gutes Gespür. Er kann einen Raum lesen und schafft es, Tracks, die man vielleicht vor Jahren schon einmal im Club gehört hat, neu und modern zu interpretieren.

Und natürlich hat eine Dayparty einen ganz praktischen Vorteil: Man kann richtig feiern und hat trotzdem nicht zwangsläufig den kompletten nächsten Sonntag verloren.

„Niemand soll sich verstellen müssen“

EchtStuttgart: KOSMO versteht sich als „open minded“, also für alle, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Wie wichtig ist dir dieser Gedanke und wie schafft ihr eine Atmosphäre, in der sich wirklich jede und jeder willkommen fühlen kann?

Konstantin Wulle: Das ist für mich einer der wichtigsten Gedanken hinter KOSMO. Ich möchte gar nicht definieren, wer zu uns „passt“. Schön ist es für mich genau dann, wenn ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen – unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder davon, wen jemand liebt.

Das beginnt bei unserer Kommunikation. Wir versuchen, nicht mit bestimmten Stereotypen zu arbeiten oder KOSMO. so darzustellen, als wäre die Veranstaltung nur für eine bestimmte Szene oder einen bestimmten Typ Mensch gedacht. Wer Lust auf gute House Music, besondere Orte und andere Menschen hat, soll sich angesprochen fühlen.

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Dazu gehört für mich auch die Rolle als Gastgeber. Wir möchten nicht einfach Musik und eine Bar in eine Location stellen und sagen: Jetzt ist Party. Wir wollen unsere Gäste willkommen heißen, mitbekommen, wie die Stimmung ist und was die Menschen gerade brauchen. Am Ende soll niemand das Gefühl haben, sich verstellen oder irgendwo dazugehören zu müssen. Man soll zu KOSMO kommen und einfach eine gute Zeit haben.

„Stuttgart hat noch viel Potenzial“

EchtStuttgart: Auswärts hört man mitunter, dass Stuttgart keine ganz einfache Stadt für Nachtleben und neue Partyformate ist. Wie schätzt du die Stuttgarter Partyszene aktuell ein – und was fehlt der Stadt vielleicht noch?

Konstantin Wulle: Ich sehe Stuttgart gar nicht so negativ. Die Stadt hat eine sehr vielfältige Szene und viele Menschen, die mit viel Leidenschaft eigene Formate entwickeln. Was ich besonders schön finde: Vieles ergänzt sich, anstatt dass man sich ausschließlich als Konkurrenz betrachtet. Man kennt sich, unterstützt sich, gibt sich gegenseitig Tipps und besucht auch die Veranstaltungen der anderen.

Gleichzeitig glaube ich, dass Stuttgart noch viel Potenzial für unterschiedliche Veranstaltungsformate hat. Neben etablierten Clubs, Bars und gastronomischen Locations finde ich es spannend, wenn auch Terrassen, Rooftops oder Außenbereiche stärker Teil des Nacht- und Kulturlebens werden können. Gerade für Daypartys entstehen dadurch ganz andere Möglichkeiten.

Natürlich müssen Themen wie Anwohnerschutz, Sicherheit und Genehmigungen berücksichtigt werden. Ich würde mich aber freuen, wenn Stadt, Veranstalter und Gastronomen gemeinsam noch mehr Möglichkeiten schaffen könnten. Stuttgart hat mit seiner besonderen Topografie, den vielen Hängen und Ausblicken schließlich etwas, das nicht jede Großstadt bieten kann

Foto: Katja Aesthetic - Katja Schwarz

„Mich interessiert, was ein Ort mit einer Veranstaltung macht“

EchtStuttgart: Der Porsche Design Tower ist natürlich eine außergewöhnliche Location für eine Party – gerade mit dem Blick über Stuttgart und dem Sonnenuntergang. Gibt es noch andere Traumorte in Stuttgart, an denen du unbedingt einmal eine KOSMO.-Party veranstalten möchtest?

Konstantin Wulle: Der Porsche Design Tower ist für mich etwas ganz Besonderes – gerade mit dem Blick über Stuttgart und dem Sonnenuntergang. Aber an KOSMO. reizt mich gerade, dass wir nicht auf eine bestimmte Art von Location festgelegt sind.

Das OSCHO ist mittlerweile so etwas wie unser Zuhause und ein Ort, an den wir sehr gerne zurückkehren. Gleichzeitig durften wir im vergangenen Jahr an ganz unterschiedlichen Orten feiern – im Kowalski in Stuttgart, im NU Studio in Heilbronn oder sogar mitten im Skigebiet in Saalbach. Und jetzt mit KOSMO auf dem Cannstatter Volksfest zu sein, ist wieder eine komplett neue Kulisse, auf die ich mich sehr freue.

„Ein Ort dank KOSMO ganz anders erleben“

Vielleicht kommt da auch der Architekt in mir durch: Mich interessiert, was ein Ort mit einer Veranstaltung macht – und wie man einen Ort durch KOSMO noch einmal ganz anders erleben kann. Ob Bar, Restaurant, Rooftop, Skigebiet oder Volksfest – jeder Ort bringt seinen eigenen Charakter mit. Genau diese Vielfalt macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.

EchtStuttgart: Wohin zieht es KOSMO also noch?

Konstantin Wulle: Natürlich gibt es noch einige Orte in Stuttgart, bei denen ich mir KOSMO sehr gut vorstellen könnte. Die Stadt bietet durch ihre Architektur und Topografie viele spannende Möglichkeiten. Welche davon vielleicht irgendwann dazukommen, möchte ich aber noch nicht verraten.

KOSMO feiert an diesem Samstag, 29. August, sein Einjähriges im Porsche Design Tower in Stuttgart. Beginn um 16 Uhr.  Karten für die Party sind noch online erhältlich: kosmo.ticket.io

Konstantin Wulle (Mitte) mit unserem Autor Uwe Bogen (links) und DJ Soulstar. Foto: privat
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Manuel Kloker

Manuel Kloker

Manuel Kloker ist der Mann, der Geschichten eine Form gibt. Als interdisziplinärer Designer denkt er in Bildern, oft bevor andere überhaupt die passenden Worte gefunden haben – und genau das prägt seine Arbeit für EchtStuttgart. Geboren 1981 im Schwarzwald, fand Manuel Kloker seinen Weg nach Stuttgart und ist der Stadt seither eng verbunden. Besonders sichtbar wird das im Stuttgart-Album: Gemeinsam mit Uwe Bogen, mit dem er später auch zum Lokalteil Verlag stieß, hat er die Konzepte entwickelt und dem Mitmach-Projekt sein unverwechselbares Gesicht gegeben. Für EchtStuttgart bringt Manuel Kloker genau diese Mischung ein: den Blick fürs Bild, die Lust am Machen und ein feines Gespür dafür, wie Stuttgart gesehen werden will.

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Inhaltsverzeichnis
  1. „Über den Dächern der Stadt zu feiern ist ganz besonders“
  2. „Niemand soll sich verstellen müssen“
  3. „Stuttgart hat noch viel Potenzial“
  4. „Mich interessiert, was ein Ort mit einer Veranstaltung macht“
  5. „Ein Ort dank KOSMO ganz anders erleben“

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