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NewsletterDas Wichtigste aus Stuttgart, kostenlosStandvergabe beim Weihnachtsmarkt
Nach der Insolvenz der bisherigen Betreiberin war die Zukunft der 26,5 Meter hohen Weihnachtspyramide ungewiss. Nun steht fest: Sie kehrt zurück – obwohl der neue Betreiber nicht am regulären Bewerbungsverfahren teilnahm. Möglich macht das eine Sonderregel, wie in.Stuttgart auf Anfrage von EchtStuttgart erklärt.
Sie ist weithin sichtbar, festlich beleuchtet und längst einer der markantesten Anziehungspunkte des Stuttgarter Weihnachtsmarktes: die 26,5 Meter hohe Weihnachtspyramide am Übergang auf der Königstraße. Seit 2019 gehört die imposante Konstruktion zum vorweihnachtlichen Stadtbild. Sie gilt als höchste transportable Weihnachtspyramide der Welt und hat sich für viele Besucher zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Doch hinter den Kulissen gab es zuletzt erhebliche Veränderungen. Nach der Insolvenz der bisherigen Betreiberin Claudia Zinnecker fragen sich viele, wie es mit der Attraktion weitergeht.
Das Amtsgericht Stuttgart eröffnete am 2. Juli 2026 wegen Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren über das Vermögen von Claudia Zinnecker. Zur Insolvenzverwalterin wurde die Stuttgarter Rechtsanwältin Nora Sickeler bestellt. Die Verfahrenseröffnung wurde entsprechend den gesetzlichen Vorgaben öffentlich bekannt gemacht.
Die Familie Zinnecker ist seit vielen Jahren im Schaustellergewerbe tätig. Neben der Weihnachtspyramide betrieb Claudia Zinnecker weitere Schaustellergeschäfte. Nicht am Stuttgarter Weihnachtsmarkt soll es gelegen haben, dass die Betreiberin mit ihrer Firma in eine finanzielle Schieflage geriet – also an der Pyramide lag es wohl nicht.
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EchtStuttgart wollte von Insolvenzverwalterin Nora Sickeler wissen, welche Folgen das Verfahren für die Weihnachtspyramide hat. Demnach war der Geschäftsbetrieb bereits vor dem Insolvenzantrag beendet worden. „Zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung hatte Frau Claudia Zinnecker keinen Geschäftsbetrieb mehr. Der Geschäftsbetrieb war vorher eingestellt worden“, erklärt Sickeler.
Auch die geleasten Schaustellergeschäfte, darunter die Weihnachtspyramide, hatte der Leasinggeber zu diesem Zeitpunkt bereits abgeholt. Die entsprechenden Verträge mit Claudia Zinnecker waren laut Sickeler schon vor der Insolvenzantragstellung beendet worden.
Ob inzwischen eine andere Person einen Leasingvertrag für die Pyramide abgeschlossen hat, konnte die Insolvenzverwalterin nicht sagen. Das Verfahren befinde sich noch in einem frühen Stadium und werde voraussichtlich längere Zeit dauern.
Für die Fans des Stuttgarter Weihnachtsmarktes gibt es inzwischen Gewissheit: Die Pyramide wird auch in diesem Jahr wieder aufgebaut. Künftig übernimmt Manuel Zinnecker, der Stiefsohn der bisherigen Betreiberin, den Betrieb.
„Claudia Zinnecker hat Insolvenz angemeldet, worüber wir Mitte August informiert wurden. Gleichermaßen erhielten wir die Information, dass Manuel Zinnecker die Pyramide weiterbetreiben wird“, teilt in.Stuttgart auf Anfrage von EchtStuttgart mit.
Wie kam es zur erneuten Vergabe des begehrten Standplatzes? Wir fragten bei in.Stuttgart nach, ob weitere Interessenten berücksichtigt wurden. Nach Angaben der Veranstaltungsgesellschaft ging im regulären Bewerbungsverfahren keine weitere Bewerbung für eine Weihnachtspyramide ein.
In Abstimmung mit der Stadt Stuttgart habe man sich deshalb entschieden, Manuel Zinnecker gezielt zur Bewerbung aufzufordern. Grundlage dafür sei eine Bestimmung in den Zulassungsrichtlinien des Weihnachtsmarktes. Diese erlaubt es dem Veranstalter, nach Ablauf der Bewerbungsfrist weitere Bewerbungen einzuholen, wenn für bestimmte gewünschte Branchen keine geeigneten Bewerbungen vorliegen.
Zur Begründung verweist in.Stuttgart auf die besondere Bedeutung der Attraktion: „Die transportable Weihnachtspyramide hat sich zu einem zentralen Element des Stuttgarter Weihnachtsmarktes entwickelt und zu einem gut sichtbaren Alleinstellungsmerkmal sowie Anziehungspunkt.“ Ein Verzicht auf die Pyramide hätte aus Sicht des Veranstalters eine erhebliche Lücke hinterlassen und die Attraktivität des Weihnachtsmarktes beeinträchtigt. Das Vorgehen sei während des gesamten Verfahrens juristisch begleitet worden, betont in.Stuttgart.
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Manuel Zinnecker stellt auf Anfrage von EchtStuttgart zudem klar, dass er seit 15 Jahren eine eigene Schaustellerfirma betreibe. Diese stehe in keinem Zusammenhang mit der Insolvenz seiner Stiefmutter.
EchtStuttgart hat auch das allgemeine Verfahren zur Vergabe der Standplätze auf dem Weihnachtsmarkt hinterfragt. Hintergrund sind Veränderungen bei der Platzvergabe auf dem Cannstatter Volksfest.
Nach Angaben von in.Stuttgart gelten für den Weihnachtsmarkt weiterhin die veröffentlichten Zulassungsrichtlinien. Das objektivierte Bewertungsverfahren sei jedoch weiterentwickelt worden.
Mittlerweile würden auch unabhängige Personen in die Bewertung der Bewerbungen einbezogen. Darüber hinaus sei eine externe Ombudsstelle eingerichtet worden. Deren Kontaktdaten seien auf der Internetseite der Veranstaltungsgesellschaft veröffentlicht.
Damit setzt in.Stuttgart nach eigenen Angaben auf zusätzliche Kontrollmöglichkeiten bei der Standplatzvergabe. Im Fall der Weihnachtspyramide nutzte der Veranstalter allerdings eine ausdrücklich vorgesehene Ausnahmeregelung, um die Rückkehr der bekannten Attraktion zu ermöglichen.
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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