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Russisches Frauenkollektiv

Pussy Riot kommt nach Stuttgart: Scharfe Worte gegen ein Erstarken der AfD


Echt Stuttgart ·3. September 2026 ·3 Min. Lesezeit News

Die russische Band Pussy Riot gastiert am 28. September in Stuttgart: Im Kunstverein Wagenhalle verbindet das Protestkollektiv Musik, Lesung und politische Botschaften gegen Putin sowie gegen Rechts in Deutschland. Frontfrau Maria Aljochina warnt eindringlich vor einem Erstarken der AfD.

Pussy Riot mit der Ukraine-Fahne bei einem Konzert. Foto: Raphael Rodrigues / Veranstalter

Pussy Riot ist mehr als eine Punkband. Seit Jahren steht das russische feministische Künstlerkollektiv für Protest gegen Wladimir Putin, staatliche Repression und die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Am Montag, 28. September, kommt die Band im Rahmen seiner Deutschland-Tour nach Stuttgart. Schauplatz ist der Projektraum des Kunstvereins Wagenhalle.

Unter dem Motto „This is fucking political“ soll der Abend ausdrücklich nicht nur Konzert, sondern auch Lesung und politisches Statement sein. Als Support stehen New Age Doom und die Stuttgarter Band Siffon auf der Bühne.

In großer Sorge um die politische Entwicklung in Deutschland

Vor dem Konzert liest Pussy-Riot-Gründerin Maria Aljochina aus ihrem aktuellen Buch „Political Girl“. Dabei soll es auch um die politische Entwicklung in Deutschland gehen. Ihre Haltung formuliert Aljochina in einem Social-Media-Post unmissverständlich „Mit der AfD würde Deutschland in die Hölle fahren.“

Der Auftritt soll damit auch ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie, Vielfalt und Meinungsfreiheit setzen. Die Veranstalter sehen die Entwicklung rechter und rechtsextremer Kräfte in Deutschland mit großer Sorge und wollen dem bewusst eine politische Kulturveranstaltung entgegensetzen.

Weltweit bekannt durch das „Punk-Gebet“ gegen Putin

International bekannt wurde Pussy Riot 2012. Mitglieder des Kollektivs führten damals in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein sogenanntes „Punk-Gebet“ gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Patriarch Kyrill auf.

Die Aktion dauerte nur kurz, ihre Folgen waren jedoch gewaltig. Russische Behörden gingen massiv gegen die Beteiligten vor. Maria Aljochina und weitere Mitglieder wurden zu Haftstrafen verurteilt. Der Fall machte Pussy Riot weltweit zu einem Symbol für künstlerischen Widerstand und Meinungsfreiheit. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hat der Kreml sein Vorgehen gegen Oppositionelle und Regierungskritiker weiter verschärft. Ende 2025 stufte ein Moskauer Gericht Pussy Riot schließlich als „extremistische Organisation“ ein und verbot die Aktivitäten des Kollektivs in Russland.

Damit kann dort bereits die Unterstützung oder öffentliche Interaktion mit Pussy Riot strafrechtliche Konsequenzen haben.

Im Exil – für die Tour wieder gemeinsam auf der Bühne

Die Mitglieder von Pussy Riot leben inzwischen außerhalb Russlands und verstreut in verschiedenen europäischen Ländern, unter anderem in Island, Kroatien und London. Für die Deutschland-Tour kommen sie wieder zusammen.

Dass Pussy Riot heute überhaupt auf europäischen Bühnen auftreten kann, ist deshalb auch Teil ihrer politischen Geschichte: Die Musikerinnen machen im Exil weiter, nachdem Protest und künstlerische Arbeit in Russland für sie mit Verfolgung, Haft und erheblichen persönlichen Risiken verbunden waren.

Sängerin von Pussy Rio. Foto: Raphael Rodrigues/Veranstalter

Stuttgart soll „ganz und gar nicht lame“ sein

Der Stuttgarter Veranstalter Thorsten Schulz, bekannt vom Übehaus am Rand des Bohnenviertels,  verbindet  den Abend bewusst mit der politischen Situation in Deutschland. Er kritisiert, dass Teile der Popkultur angesichts des Erstarkens rechter Kräfte zu unpolitisch geworden seien. Man wolle sich nicht „zu Tode unterhalten und einlullen lassen, während unsere Demokratie bedroht wird“.

Dabei greift Schulz  auch Nina Chubas ironische Textzeile „Ich fahr zur Hölle, kommst du mit?“ auf. Die Sängerin hatte das Stuttgarter Publikum nach dem Kesselfestival als besonders „lame“ bezeichnet.

Offener Brief nach dem Bashing: Liebe Nina Chuba – wir müssen kurz über Stuttgart reden

Am 28. September soll im Verein Wagenhalle (befindet sich hinter den Wagenhallen) das Gegenteil bewiesen werden: laut, politisch und mit klarer Kante gegen Rechts.

Der Abend knüpft zugleich an frühere politische Kulturveranstaltungen der Organisatoren in Stuttgart an. Dazu gehören Benefizveranstaltungen nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, frühere Auftritte von Pussy Riot sowie Veranstaltungen und Kundgebungen für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt.

Mit Pussy Riot bekommt diese Botschaft nun eine Band als Sprachrohr, die selbst erfahren hat, welche Folgen es haben kann, wenn autoritäre Politik die Grenzen des Sagbaren und Erlaubten immer enger zieht.

KARTEN GIBT ES ONLINE HIER:

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Inhaltsverzeichnis
  1. In großer Sorge um die politische Entwicklung in Deutschland
  2. Weltweit bekannt durch das „Punk-Gebet“ gegen Putin
  3. Im Exil – für die Tour wieder gemeinsam auf der Bühne
  4. Stuttgart soll „ganz und gar nicht lame“ sein

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