Stuttgart im Rennfieber
Stuttgart fiebert der Deutschlandpremiere von Red Bull Cerro Abajo entgegen. Der Aufbau fürs Wochenende läuft, unser großes EchtStuttgart-Extra bekommt viel Lob, die Stadt gibt Tipps für Fans – und Anwohner fragen sich, warum auf dem Wilhelmsplatz wieder eine Großveranstaltung erlaubt ist, was dem Henkersfest verboten war.
Rampen entstehen, Absperrungen werden aufgebaut, die Strecke nimmt immer mehr Gestalt an: Stuttgart bereitet sich auf ein weltweites Sportereignis vor, wie es die Stadt bisher noch nicht erlebt hat.
Vom Teehaus im Weißenburgpark hinunter bis zum Wilhelmsplatz ist der Aufbau für Red Bull Cerro Abajo inzwischen in vollem Gang. Am 5. und 6. September feiert das spektakuläre Urban-Downhill-Rennen seine Deutschlandpremiere in Stuttgart.
Passend dazu haben wir bei EchtStuttgart ein umfangreiches Extra rund um das Rennwochenende zusammengestellt – mit Strecke, Zeitplan, Hintergründen und den wichtigsten Informationen für Besucher. Dafür erreicht uns viel positives Feedback.
Red Bull Stuttgart Cerro Abajo
„Nirgendwo ist alles rund ums Rennen so übersichtlich zusammengefasst wie bei euch“, heißt es in einer Rückmeldung an EchtStuttgart.
Auch direkt von Red Bull kam Lob. Ein Mitarbeiter schrieb uns: „Danke für die schöne und ausführliche Integration, sehr cool!!“
Das große Interesse überrascht kaum. Schließlich wird eine rund 1,2 Kilometer lange Strecke mit etwa 130 Höhenmetern quer durch den Stuttgarter Süden für ein Wochenende zur Rennpiste.
Die Fahrer starten an der Aussichtsplattform im Weißenburgpark. Vorhandene Wege, Straßen, Treppen und Parkanlagen werden mit Rampen, Sprüngen und weiteren künstlichen Hindernissen verbunden.
Einer der spektakulärsten Punkte wartet an der Hohenheimer Straße. Beim sogenannten „Bridge Drop“ springen die Fahrer von einer rund 8,50 Meter hohen Fußgängerbrücke seitlich hinunter auf die Bopserwaldstraße.
Weiter geht es am Bopserbrünnle vorbei, über die Etzelstraße und durch die Carola-Blume-Anlage. Danach springen die Fahrer von den Stäffele in die Bopserstraße und rasen Richtung Mozartplatz.
Der Mozartplatz dürfte zu einem der Publikumsmagneten werden. Dort wartet ein Hindernis, das selbst für ein Downhill-Rennen ungewöhnlich ist: Die Profis springen über ein Auto.
Zwei Videoscreens sollen den Zuschauerinnen und Zuschauern dort auch Bilder vom übrigen Renngeschehen liefern. Anschließend führt die Strecke durch das Heusteigviertel weiter zum Wilhelmsplatz.
Dort befindet sich das Ziel – samt Videowänden, Verkaufsständen und Siegerehrung.
Dass ausgerechnet der Wilhelmsplatz nun einen zentralen Teil einer Großveranstaltung bildet, sorgt bei manchen Stuttgartern allerdings für Verwunderung.
Der Grund: Das traditionelle Henkerfest war vom Wilhelmsplatz auf den Leonhardsplatz verlegt worden. Als Grund spielten Sicherheitsanforderungen eine entscheidende Rolle. Man könnte den Platz nicht genügend absichern, so hieß es zuletzt.
Vom Damenkränzchen zum Downhill-Start: Die bewegte Geschichte des Teehauses
Nun werden beim Downhill-Wochenende am Wilhelmsplatz sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet. Dort befindet sich nicht nur der Zieleinlauf, sondern mit Videowänden, Verkaufsständen und Siegerehrung auch einer der zentralen Veranstaltungsbereiche.
Henkersfest nein, Downhill-Ziel ja – der unterschiedliche Umgang mit dem Platz sorgt für Gesprächsstoff. Doch für die Mountainbike-Fahrer werden etliche Straßen gesperrt, weshalb laut Einschätzung der Sicherheitsexperten die Gefahr nicht so groß ist, dass Autofahrer in die Menschenmenge rasen könnten.
Wie die Stadt Stuttgart mitteilt, haben der Veranstalter und das Amt für öffentliche Ordnung ein umfassendes Verkehrs- und Sicherheitskonzept erstellt. Zusätzlich müssen am Wochenende die Straßen, die die Rennstrecke queren, abschnittsweise gesperrt werden. Es gelten Haltverbote. Der Zugang zu den betroffenen Bereichen bleibt für Anwohnende auch während der Veranstaltung gewährleistet. Sie wurden laut Stadt über die Einschränkungen vorab informiert. Die unmittelbar an der Rennstrecke gelegenen Gebäude sind zu Fuß erreichbar. Zu Testzwecken kommt es am Donnerstag, 3. September, und Freitag, 4. September, zu kurzen Intervallsperrungen von wenigen Minuten.
Wer das Spektakel am Wochenende erleben möchte, braucht kein Ticket. Der Besuch entlang der zugänglichen Bereiche der Strecke ist kostenlos.
Allerdings können sich Fans nicht überall aufstellen. Der Weißenburgpark und die Bopseranlage sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Auch die enge Passage durch die Carola-Blume-Anlage ist für Zuschauer nicht zugänglich.
Wer weniger Trubel möchte, kann bereits am Samstag beim Training einen Eindruck bekommen. Am Sonntagmorgen findet die Qualifikation statt, ehe am Nachmittag die Entscheidung fällt.
Der SWR überträgt das Saisonfinale am Sonntag von 15 bis 16.30 Uhr live aus Stuttgart. Auch Red Bull TV und der YouTube-Kanal „Red Bull Bike“ übertragen.
Autofahrer müssen am Wochenende mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Besonders einschneidend: Die B27 wird im Bereich der Hohenheimer Straße am Samstag und Sonntag voll gesperrt.
Auch Etzelstraße, Alexanderstraße, Olgastraße, Heusteigstraße, Schlosserstraße und Wilhelmsstraße sind zeitweise von Sperrungen betroffen.
Bereits am Donnerstag und Freitag kann es wegen Tests zu kurzen Intervallsperrungen kommen. Die Stadt empfiehlt Besuchern deshalb ausdrücklich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die SSB verstärkt am Sonntag ihr Angebot auf den Stadtbahnlinien U6, U7 und U12 mit Vollzügen. Die Buslinien 43 und 44 müssen umgeleitet werden. Gleichzeitig dauert die Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen noch bis zum 12. September an.
„Cerro Abajo“ heißt übersetzt schlicht „den Berg hinab“. In Stuttgart könnte der Name kaum besser passen.
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