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Sommerfest vor dem Comeback? Pro Stuttgart bestätigt „vertrauensvolle Gespräche“


Uwe Bogen ·28. August 2026 ·4 Min. Lesezeit News

Das legendäre Sommerfest könnte zurückkehren. Nach Informationen von EchtStuttgart soll Pro Stuttgart dabei auf Wunsch des Dehoga eine Schlüsselrolle übernehmen. Erstmals bestätigt Geschäftsführer Dominik Schwab, "vertrauensvolle Gespräche" darüber. Damit wird ein Comeback des früher von in.Stuttgart veranstalteten Publikumsmagneten immer wahrscheinlicher.

Über Jahrzehnte war das Sommerfest sehr beliebt, wie hier am Eckensee. Jetzt könnte es unter Regie von Pro Stuttgart zurückkehren - allerdings nicht mehr an der Oper. Foto: in.Stuttgart

Es war eine Nachricht, die bei vielen Stuttgart-Fans Hoffnungen geweckt hat: Das legendäre Sommerfest könnte ein Comeback feiern. EchtStuttgart hatte bereits exklusiv über die Pläne für eine Neuauflage im Jahr 2027 berichtet.

Nun rückt das mögliche Revival einen weiteren Schritt näher.

Denn erstmals bestätigt Dominik Schwab, Geschäftsführer des Bürgervereins Pro Stuttgart und des Stuttgarter Weindorfs, auf unsere Anfrage Gespräche mit allen Beteiligten.

„Dass der Wunsch nach einer Wiederbelebung des Sommerfests in der Stadt und bei den Gastronomen groß ist, freut uns als Bürgerverein natürlich sehr“, erklärt Schwab.

Und dann wird er noch deutlicher: „Wir sind dazu bereits seit Anfang des Jahres im vertrauensvollen Austausch mit Partnern, Gastronomen sowie der Stadtverwaltung.“

Pro Stuttgart könnte eine Schlüsselrolle übernehmen

Dennis Shipley, der Stuttgarter Dehoga-Vorsitzende, hatte für das Comeback des Publikumsmagneten im kommenden Jahr Pro Stuttgart ins Gespräch gebracht – und war damit auf offene Ohren gestoßen, wie jetzt klar ist. Seit 50 Jahren richtet der Verein das Stuttgarter Weindorf aus und verfügt damit über große Erfahrung bei der Organisation eines der wichtigsten Feste in der Innenstadt.

Weindorf

Früher lag die Organisation des Sommerfests bei der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Doch nach dem Ende des Traditionsfests und dem nur kurzen Intermezzo der Genusstage hatte sich in.Stuttgart von dem Format verabschiedet.

Nun könnte ein anderer Veranstalter übernehmen. Dennis Shipley setzt sich dafür ein, dass die Neuauflage bereits im nächsten Jahr stattfindet. Ob man dafür einen Termin im Juli finden könne, sei aber noch nicht klar, erklärt der Dehoga-Vorsitzende am Freitag gegenüber EchtStuttgart.

Beim Weindorf sind auch die Treppen zum Rathaus bei schönem Abend gut besetzt. Foto: Uwe Bogen

Eine endgültige Entscheidung gibt es noch nicht. Schwab macht deutlich, welche Dimension das Vorhaben hat: „Ein Fest dieser Größenordnung in der Stuttgarter Innenstadt neu zu initiieren und langfristig solide sowie wirtschaftlich tragfähig aufzustellen, ist allerdings eine hochkomplexe Aufgabe, die sorgfältig vorbereitet sein will.“

Nach dem Weindorf geht es weiter

Wann bei den Planungen die nächsten Schritte folgen, steht ebenfalls bereits fest.

Derzeit hat Pro Stuttgart mit einem anderen Großereignis alle Hände voll zu tun: Das Stuttgarter Weindorf feiert noch bis zum 5. September seinen 50. Geburtstag.

„In den vergangenen Wochen und aktuell während des Festbetriebs lag und liegt unser voller Fokus zu 100 Prozent auf unserem 50. Jubiläums-Weindorf“, sagt Schwab.

Danach soll es mit dem Sommerfest weitergehen.

„Sobald die Lauben abgebaut sind, werden wir die Gespräche mit allen Beteiligten wie geplant wieder aufnehmen und die Optionen weiter prüfen.“

Das ist zwar noch keine Zusage für ein Sommerfest 2027. Die Aussage zeigt aber: Die Idee ist längst mehr als ein unverbindliches Gedankenspiel. Ein Dementi unseres Exklusivberichts  ist das also nicht.

EchtStuttgart hat mit Weindorf-Wirten darüber gesprochen. Etliche können sich vorstellen, auch beim viertägigen Sommerfest mitzumachen.

Das Sommerfest verschwand nach 2019

Die Sehnsucht nach einer Rückkehr ist groß. Zuletzt wurde das klassische Sommerfest 2019 rund um den Eckensee und auf dem Schlossplatz gefeiert.

Seit 1991 gehörte die weiße Zeltstadt zu den großen Sommerhöhepunkten Stuttgarts. Dann kam Corona. 2020 musste das Fest ausfallen – und kehrte anschließend nicht mehr zurück.

Als Gründe wurden unter anderem Personalmangel, fehlende Sponsoren und Kritik am gastronomischen Konzept genannt.

2023 folgte mit den Genusstagen ein Versuch für ein neues Format rund um Markthalle und Dorotheen Quartier. Doch es blieb bei einer einzigen Ausgabe. Nach der Pause während der Fußball-Europameisterschaft 2024 wurde schließlich bekannt, dass in.Stuttgart die Genusstage nicht fortsetzen will.

Damit schien die Geschichte des Sommerfests zunächst beendet.

Gastronomen wollen das Fest zurück

Doch hinter den Kulissen entstand eine neue Initiative.

Auch Oberbürgermeister Frank Nopper soll der Idee positiv gegenüberstehen. Offiziell wollte er sich bisher nicht dazu äußern. Im Rathaus verweist man auf Pro Stuttgart als möglichen Veranstalter.

Schillerplatz statt Eckensee?

Sollte das Sommerfest zurückkehren, dürfte es allerdings kein einfaches Revival des alten Formats werden.

Nach den bisherigen Planungen ist eine Rückkehr an den Eckensee nicht vorgesehen. Stattdessen rückte bei den Gesprächen der Schillerplatz als möglicher Schwerpunkt in den Fokus.

Auch optisch und gastronomisch könnte sich das Fest verändern. Die frühere weiße Zeltstadt dürfte aus wirtschaftlichen Gründen kaum eins zu eins zurückkehren. Im Gespräch war zuletzt eine Mischung aus Foodtrucks und Pagodenzelten.

Entscheidend werden neben dem Konzept vor allem Finanzierung, Sponsoren und genügend teilnehmende Gastronomen sein.

Genau diese Fragen dürften nach dem Ende des Weindorfs wieder auf den Tisch kommen.

Entscheidung über Sommerfest 2.0 rückt näher

Der angestrebte Termin bleibt bei den Gastronomen der Sommer 2027. Damit wird die Zeit für die Organisatoren allmählich knapp: Für ein Innenstadtfest dieser Größenordnung müssen Konzept, Finanzierung, Flächen, Genehmigungen und Partner lange im Voraus feststehen.

Schwabs Hinweis auf die komplexen Vorbereitungen könnte aber auch für 2028 sprechen.

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Pro Stuttgart könnte eine Schlüsselrolle übernehmen
  2. Nach dem Weindorf geht es weiter
  3. Das Sommerfest verschwand nach 2019
  4. Gastronomen wollen das Fest zurück
  5. Schillerplatz statt Eckensee?
  6. Entscheidung über Sommerfest 2.0 rückt näher

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