Patrick Mikolaj
Indisches Filmfestival Stuttgart
Stuttgarter Dokumentation feiert Weltpremiere: Die bittere Wahrheit hinter einer Tasse Tee
17. Juli 2026
Zwei Stuttgarter Filmemacher geben den Teepflückerinnen in Assam eine Stimme: Ihre Dokumentation „Lives for Leaves“ feiert beim Indischen Filmfestival im Lindenmuseum Weltpremiere und zeigt die Schattenseiten der Teeproduktion.
Während Millionen Menschen täglich selbstverständlich eine Tasse Assam-Tee trinken, kennen nur wenige die Lebensbedingungen der Frauen, die die Blätter ernten. Genau diese Geschichten erzählen die Stuttgarter Filmemacher Shammi Singh und Daniel Kiwitt in ihrer neuen Dokumentation „Das Leben für den Tee auf den Plantagen in Assam – Lives for Leaves Tea-Production in Assam“, die am Sonntag, 19. Juli, um 11 Uhr im Lindenmuseum ihre Weltpremiere feiert. Die Vorführung ist Teil des Warm-up-Programms zum 23. Indischen Filmfestival Stuttgart. Im Anschluss stehen die beiden Regisseure für ein Filmgespräch zur Verfügung.
Blick hinter die Bilder der Teeindustrie
Die Dokumentation führt in die nordostindische Region Assam, die weltweit für ihre Teeplantagen bekannt ist. Statt der idyllischen Bilder aus der Werbung zeigt der Film den Alltag der Frauen, die dort den Tee von Hand pflücken: geprägt von extremer Armut, niedrigen Löhnen und einer unzureichenden Gesundheitsversorgung.
Mit eindringlichen persönlichen Geschichten machen Singh und Kiwitt auf soziale Missstände aufmerksam. Der Film beleuchtet Ausbeutung, strukturelle Ungleichheit und Kinderhandel und rückt die Lebensrealität der Arbeiterinnen in den Mittelpunkt.
Stuttgarter Engagement für Indien
Co-Regisseur Shammi Singh ist in Stuttgart als Filmemacher, Musiker und Yogalehrer bekannt. Bereits 2018 drehte er in Indien seinen ersten Dokumentarfilm „Women’s Voice – India’s Choice“, der beim 16. Indischen Filmfestival Stuttgart seine Kinopremiere feierte.
Gemeinsam mit Daniel Kiwitt, der sich seit vielen Jahren in der Entwicklungshilfe für Indien engagiert und Vorsitzender der Mandelzweig Projekthilfe e. V. ist, entstand nun die neue Dokumentation über die Teeproduktion in Assam. Beide investierten umfangreiche Recherchearbeit, um gesellschaftliche Herausforderungen sichtbar zu machen.
Auftakt für das Indische Filmfestival
Die Premiere im Lindenmuseum ist zugleich der Auftakt zum 23. Indischen Filmfestival Stuttgart, das vom 23. bis 26. Juli rund 70 aktuelle Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus ganz Indien zeigt. Im Fokus steht in diesem Jahr das südindische Mollywood-Kino aus der Malayalam-Sprachregion. Eröffnet wird das Festival mit dem Thriller „Eko – From the Infinite Chronicles of Kuriachan“.
Das Indische Filmfestival Stuttgart gilt als das größte Festival seiner Art in Europa und genießt auch in Indien einen hervorragenden Ruf. Es hat sich über die Jahre als wichtige internationale Plattform für das indische Filmschaffen etabliert und bringt regelmäßig renommierte Filmschaffende, Schauspieler und Nachwuchstalente nach Stuttgart.
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