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Badische Brauerei geht in die Offensive

Fürstenberg greift zum Kampfpreis: Die Maß kostet unter der Woche nur noch 11,50 Euro


Uwe Bogen 3 Min. Lesezeit News

Badisches Bier tut sich schwer bei den Schwaben: Jetzt ruft der Wirt des Fürstenberg-Zelts den „Wasen-Wahnsinn“ aus: Unter der Woche kostet die Maß nur noch 11,50 Euro – ein echter Kampfpreis auf dem Cannstatter Volksfest, wo für einen Liter Bier bis zu 15,90 Euro fällig werden.

Donnerstag, kurz vor 21 Uhr, im Fürstenberg-Zelt auf dem Cannstatter Volksfest. Foto: Uwe Bogen

Donnerstag, kurz vor 21 Uhr im Fürstenberg-Zelt: Auf der Bühne gibt die Ein-Mann-Band alles, aus den Lautsprechern dröhnt Partymusik. Doch vor der Bühne bietet sich ein trauriges Bild: Reihenweise bleiben Tische und Bänke leer. Für ein Festzelt, das Tausende Besucher aufnehmen kann, ist das ein massives Problem.

Nun versuchen die Betreiber gegenzusteuern – mit einer Aktion, die auf dem Cannstatter Volksfest für Aufsehen sorgt. Denn während auf dem Wasen gefühlt alles immer teurer wird, geht Fürstenberg den umgekehrten Weg: Hier fallen die Preise.

„Wasen-Wahnsinn“: Maß kostet unter der Woche nur 11,50 Euro

Unter dem  Motto „Wasen-Wahnsinn“ hat das Fürstenbergzelt eine  spektakuläre Preisaktion gestartet: Von Sonntag bis Donnerstag kostet die Maß Bier nur noch 11,50 Euro. Freitags und samstags bleibt es dagegen beim regulären Preis von 14,80 Euro.

11,50 Euro – das ist auf dem Cannstatter Volksfest fürwahr ein Kampfpreis. In anderen Festzelten werden für die Maß bis zu 15,90 Euro fällig. Wer unter der Woche im Fürstenbergzelt bestellt, kann gegenüber dem teuersten Maßpreis damit 4,40 Euro pro Liter sparen.

Und trotzdem bleiben am Donnerstagabend viele Plätze frei.

Warum hat es badisches Bier auf dem Wasen schwer?

Eine mögliche Erklärung für die Leere im Zelt sogar an einem Donnerstag, der als Ausgehtag gilt: Hier wird badisches Bier ausgeschenkt. Fürstenberg stammt aus Donaueschingen und ist damit auf dem traditionell schwäbisch geprägten Cannstatter Volksfest ein Außenseiter. Die Brauerei kam im Jahr 2000 mit einem eigenen Festzelt auf den Wasen und ist seitdem eine feste Größe auf dem Festgelände.

Doch Stuttgart ist Bier-Heimat für andere Marken – und auf dem Wasen spielen Tradition und Markenbindung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hofbräu und Wulle auf der einen Seite, Schwabenbräu und Dinkelacker auf der anderen – das sind die Big Player des Volksfestes, zwei konkurrierende Unternehmen.

Ob die Herkunft des Bieres tatsächlich ein Grund für die freien Plätze ist, lässt sich anhand eines Abends natürlich nicht feststellen. Das Bild vom Donnerstag zeigt aber: Zumindest an diesem Abend hatte das Fürstenbergzelt deutlich mehr Schwierigkeiten, seine Plätze zu füllen als die Konkurrenz.

Zwei Wirtewechsel innerhalb weniger Jahre

Hinzu kommt, dass hinter dem Fürstenbergzelt bewegte Jahre liegen. Von 2005 bis 2022 wurde das Zelt von Peter Brandl geführt. Damit prägte ein Festwirt das Fürstenbergzelt über viele Jahre hinweg und machte es zu einer etablierten Adresse auf dem Wasen.

Nach dem Ende dieser Ära folgte 2023 Moritz Haake mit der AMW Gastro GmbH. Doch bereits nach zwei Volksfesten war wieder Schluss. Seit der Saison 2025 steht Jochen Mörz an der Spitze des Fürstenbergzelts. Der erfahrene Festwirt aus dem Allgäu setzt auf klassische Festzeltkultur, Musik, Party und Gastronomie.

Damit hat das Fürstenbergzelt innerhalb weniger Jahre gleich zweimal den Betreiber gewechselt.

Cannstatter Wasen

Seit mehr als 25 Jahren auf dem Wasen

Dabei gehört Fürstenberg keineswegs erst seit gestern zum Cannstatter Volksfest. Bereits im Jahr 2000 eröffnete die Donaueschinger Brauerei ihr erstes eigenes Zelt auf dem Wasen. Der erste Festwirt war der legendäre  Walter Weitmann. Damit blickt das Fürstenbergzelt inzwischen auf mehr als ein Vierteljahrhundert Wasen-Geschichte zurück.

Reichen 11,50 Euro, um das Zelt zu füllen?

Mit dem „Wasen-Wahnsinn“ setzt das Fürstenbergzelt nun auf ein Argument, das jeder Besucher sofort versteht: den Preis.

Eine Maß für 11,50 Euro ist angesichts der aktuellen Wasenpreise eine Ansage. Wer mit vier Personen jeweils zwei Maß trinkt, zahlt gegenüber einem Preis von 15,90 Euro insgesamt 35,20 Euro weniger.

Doch der Donnerstagabend zeigt auch: Ein günstiger Bierpreis allein garantiert noch kein volles Festzelt.

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. „Wasen-Wahnsinn“: Maß kostet unter der Woche nur 11,50 Euro
  2. Warum hat es badisches Bier auf dem Wasen schwer?
  3. Zwei Wirtewechsel innerhalb weniger Jahre
  4. Seit mehr als 25 Jahren auf dem Wasen
  5. Reichen 11,50 Euro, um das Zelt zu füllen?

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