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NewsletterDas Wichtigste aus Stuttgart, kostenlosZwei Stadien, eine schöne Idee
Zwei Stadien, ein Weihnachtsgefühl – doch der Andrang ist unterschiedlich: Bei den Kickers waren alle 8000 Tickets fürs Weihnachtssingen binnen Stunden vergriffen. Beim VfB sind bisher 5000 Karten verkauft. Der Verein rechnet mit deutlich mehr – offenbar wissen viele Fans noch gar nichts von der Neuauflage nach der Pause.
Wie groß die Begeisterung für den VfB Stuttgart ist und wie viel Herzblut seine Anhänger in ihren Verein stecken, hat sich beim Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid eindrucksvoll gezeigt. Mit einer gigantischen Choreografie verwandelten die Fans die Cannstatter Kurve in ein rot-weißes Kunstwerk mit klarem Statement für die Stuttgart-Liebe. Jetzt hofft der VfB, dass von dieser Leidenschaft und Liebe zum Verein auch beim großen Weihnachtssingen am 17. Dezember in der MHP Arena etwas zu spüren sein wird.
Allerdings ist die Nachfrage bisher noch überschaubar. Rund 5000 Karten wurden für „Cannstatt singt“ verkauft. Ganz anders sieht es auf der Waldau aus: Das Weihnachtssingen im GAZi-Stadion der Stuttgarter Kickers am 20. Dezember ist bereits restlos ausverkauft. Alle 8000 Tickets waren innerhalb weniger Stunden vergriffen, die Sitzplätze sogar schon nach wenigen Minuten.
Wahnsinn, Cannstatter Kurve! VfB-Fans sorgen mit gigantischer Choreografie für Gänsehaut
Für den VfB ist das Weihnachtssingen in diesem Jahr auch ein Neustart. Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr ausgefallen war, soll sie nun mit einem neuen Veranstalter zu einem festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit werden.
Verantwortlich ist Peter Kötting, der zwei Tage nach dem Stuttgarter Termin auch ein Weihnachtssingen im Deutsche Bank Park in Frankfurt organisiert. Er weiß, dass sich eine solche Veranstaltung nicht von heute auf morgen etablieren lässt.
„Nach der Pause im vergangenen Jahr müssen wir ,Cannstatt singt‘ neu aufbauen“, sagt Kötting im Gespräch mit EchtStuttgart.
Sein Ziel ist klar: Das Weihnachtssingen, präsentiert von SWR 3, soll künftig jedes Jahr stattfinden und sich langfristig zu einer festen Tradition entwickeln – so wie das Stuttgarter Weihnachtssingen auf der Waldau.
Dafür wurde auch das Konzept verändert. Anders als bei der früheren Ausgabe, als die Bühne weit entfernt vom Hauptzuschauerbereich auf der gegenüberliegenden Stadionseite aufgebaut war, wird sie diesmal mitten auf dem Rasen stehen. Das soll für mehr Nähe und eine bessere Atmosphäre sorgen.
Auch musikalisch setzt der Veranstalter andere Akzente. Große Schlagerstars wie Andrea Berg, die vor zwei Jahren aufgetreten war, sind diesmal nicht vorgesehen. Stattdessen soll das Publikum selbst zum Star des Abends werden.
Weihnachtsklassiker, bekannte Mitsing-Hits und ausgewählte VfB-Lieder sollen die MHP Arena in einen riesigen Chor verwandeln. Begleitet werden die Besucher von den JINGLE JAMMERS, den XMAS VOICES, Akkordeonspieler Ralf Brendle, DJ Le Shuuk und der VfB-Kultband Die Fraktion. Durch das Programm führt SWR3-Moderator und VfB-Stadionsprecher Holger Laser.
Und auch die Profis wollen mitmachen: Die Spieler des VfB Stuttgart haben ihr Kommen ebenso angekündigt wie der Vorstand des Vereins. Sie sollen nicht nur zuschauen, sondern gemeinsam mit den Fans Weihnachtslieder singen.
Beginn ist am Donnerstag, 17. Dezember, um 18.30 Uhr. Tickets gibt es unter www.cannstattsingt.de. Von jeder verkauften Eintrittskarte fließt ein Euro an die VfB-Stiftung, die soziale Projekte in der Region unterstützt..
Wie groß die Begeisterung für ein gemeinsames Weihnachtssingen werden kann, zeigt das Beispiel der Stuttgarter Kickers. Dort hat sich das Stuttgarter Weihnachtssingen längst zu einer festen Tradition entwickelt.
Als der Vorverkauf für die achte Ausgabe am Sonntag, 20. Dezember, begann, war der Andrang enorm. Innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Sitzplätze weg, nach wenigen Stunden auch die übrigen Tickets. 8000 Menschen werden das GAZi-Stadion auf der Waldau in einen riesigen Weihnachtschor verwandeln.
VfB Stuttgart
Der Ansturm war so groß, dass die Veranstalter inzwischen sogar über eine Ausweitung nachdenken. „Wir haben uns überlegt, das Weihnachtssingen aufgrund der großen Nachfrage an zwei Tagen zu veranstalten“, berichtet Nicola Steller, Sprecherin der Veranstalter, auf Anfrage von EchtStuttgart.
In diesem Jahr lasse sich ein zweiter Termin allerdings noch nicht realisieren. Für das kommende Jahr sei eine solche Lösung aber durchaus denkbar.
Wer keine Karte ergattern konnte, muss die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. Zurückgegebene oder stornierte Tickets werden unmittelbar wieder in den offiziellen Ticketshops der Kickers und von Easy Ticket Service angeboten. Außerdem ist ein offizieller Zweitmarkt in Planung.
Und auch ohne Stadionticket kann jeder dabei sein. Das Weihnachtssingen wird am 20. Dezember kostenlos über den YouTube-Kanal der Stuttgarter Kickers übertragen. So können auch Familien zu Hause, Freundeskreise oder Menschen in Krankenhäusern mitsingen.
Beginn ist um 17 Uhr, Einlass bereits um 16 Uhr. Gegen 19 Uhr soll die Veranstaltung enden.
Das Erfolgsrezept auf der Waldau ist seit Jahren dasselbe: Hier geht es nicht um ein Konzert, bei dem Tausende Menschen einigen wenigen Künstlern zuhören. Vielmehr wird das Publikum selbst zum großen Chor. Im Mittelpunkt steht Patrick Bopp, bekannt von der früheren A-cappella-Gruppe DIE FÜENF. Als Vorsänger und humorvoller Moderator am Klavier führt er durch einen Mix aus Weihnachtsliedern, Pop-Hits und Kinderliedern. Die Texte werden auf die große Leinwand projiziert, damit wirklich jeder mitsingen kann.
Ein Teil der Einnahmen geht an die Stiftung „Singen mit Kindern“ und die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg.
Während das Weihnachtssingen auf der Waldau seit seiner Premiere 2019 kontinuierlich gewachsen ist, steht die Veranstaltung in Bad Cannstatt nach der einjährigen Unterbrechung vor einem Neustart. Die Voraussetzungen könnten kaum unterschiedlicher sein: Hier das seit Jahren etablierte Weihnachtssingen im vergleichsweise kleinen GAZi-Stadion, dort die riesige MHP Arena, in der normalerweise 60.000 Fußballfans Platz finden.
Für Veranstalter Peter Kötting wird es deshalb vor allem darauf ankommen, die VfB-Familie für das gemeinsame Singen zu begeistern. Dass die VfB-Fans ihr Stadion in einen emotionalen Hexenkessel verwandeln können, haben sie schließlich oft genug bewiesen. Weihnachten bietet nun eine schöne Gelegenheit, diese besondere Atmosphäre auch einmal abseits des Fußballs zu erleben. EchtStuttgart freut sich darauf!
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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