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NewsletterDas Wichtigste aus Stuttgart, kostenlosPanik auf dem Heimweg
Der enorme Andrang auf dem Wasen führt am Samstag zu gesperrten Zugängen und dichtem Gedränge. Ein Besucher wendet sich an EchtStuttgart und berichtet von Stürzen, Panik und Problemen, das Gelände zu verlassen. Laut Polizei sei die Kapazitätsgrenze jedoch nicht erreicht worden.
Am Tag der Deutschen Einheit strömten Zehntausende Menschen auf den Cannstatter Wasen. Am Nachmittag hielten sich nach Angaben der Polizei rund 60.000 Menschen auf dem Volksfest und weitere 19.000 auf dem parallel stattfindenden Landwirtschaftlichen Hauptfest auf. Wegen des starken Andrangs wurden mehrere Zugänge zum Volksfest gesperrt. Zeitweise war der Zugang nur noch über die Mercedesstraße möglich. Nach Angaben der Polizei sollte dadurch der Zustrom gedrosselt werden.
Wie angespannt sich die Situation für einzelne Besucher anfühlte, schildert ein Mann gegenüber EchtStuttgart. Er arbeitet nach eigenen Angaben seit rund 30 Jahren im Sicherheitsgewerbe und war gemeinsam mit seiner Tochter auf dem Volksfest.
„Es war eine absolute Katastrophe. Das geht gar nicht, was da läuft“, sagt er. Auf der langen Geraden zum Ausgang hätten sich Tausende Besucherinnen und Besucher gedrängt. Dann sei es in eine etwa vier Meter breite Unterführung gegangen, die sich als Nadelöhr erwiesen hat. Von hinten hätten Menschen gedrückt. Nach vorne sei es nicht weitergegangen. „Alte Leute sind hingefallen.“ Seine Tochter habe Panik bekommen.
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Besonders kritisiert der Mann die Führung der Besucherströme. Seiner Ansicht nach hätten vorhandene Möglichkeiten zur Entlastung genutzt werden müssen. „Es gibt Entfluchtungsmöglichkeiten, man muss nur die Zäune aufmachen“, sagt er. Stattdessen seien Besucher in Richtung des Tunnels geleitet worden.
„Die drängt man in die Unterführung, statt aufzumachen“, beschreibt er die Situation. Dort sei es aus seiner Sicht extrem eng gewesen.
Besonders problematisch sei es für ihn und seine Begleiter gewesen, das Volksfest wieder zu verlassen. Nach seinen Angaben hätten sie rund zwei Stunden gebraucht.
Für viele sei nicht klar gewesen, welche Wege als Ein- und welche als Ausgänge dienten. „Keiner wusste Bescheid“, berichtet der Mann. Mehrfach seien sie zu einem vermeintlichen Ausgang gelaufen und dort zurückgeschickt oder anders geleitet worden.
An einem Zugang habe man ihnen erklärt, dort dürfe niemand mehr hinaus. Gleichzeitig hätten auf der anderen Seite zahlreiche Menschen darauf gewartet, auf das Gelände zu kommen. „Die dürfen nicht rein, wir dürfen nicht raus“, schildert der Besucher die Situation.
Auch an den Toiletten habe es nach seiner Beobachtung lange Warteschlangen gegeben. Teilweise hätten diese eine Länge von rund 100 Metern erreicht. „Die hätten früher zumachen sollen. Absolutes Chaos“, sagt er.
Die Sicherheitskräfte griffen am Samstagnachmittag in die Besucherströme ein. Mehrere Zugänge wurden gesperrt und der Zustrom zum Volksfest reduziert.
Die Polizei erklärte, dass es auf dem Gelände sehr voll gewesen sei. Von einem Chaos könne aus ihrer Sicht jedoch keine Rede sein. Die Kapazitätsgrenze des Volksfestes sei nicht erreicht worden.
Eine Orientierung, wann das Festgelände geschlossen wird, liefert der 3. Oktober 2025. Damals wurde die offiziell berechnete Maximalkapazität von 75.300 Menschen gleichzeitig auf dem Volksfestplatz erreicht. Der Zugang wurde daraufhin zeitweise komplett geschlossen.
Grundsätzlich kann der Zustrom bereits vor Erreichen der Kapazitätsgrenze gedrosselt werden. Dazu können einzelne Zugänge gesperrt und Wege gezielt als Ein- beziehungsweise Ausgänge genutzt werden. Solche Maßnahmen wurden auch am Samstag ergriffen.
Aus Sicht des Besuchers hätte insbesondere die Entflechtung besser funktionieren müssen. Er kritisiert, dass Zäune geschlossen geblieben seien, während es an anderen Stellen zu starkem Gedränge gekommen sei. Außerdem seien die Änderungen bei Ein- und Ausgängen nicht ausreichend kommuniziert worden.
Wer wissen will, wie voll es auf dem Cannstatter Wasen ist, kann sich die Live-WebCam der Veranstalter anschauen.
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