Der Teufel trägt Prada
Von Tina Turner über die Killer Queen zur gefürchtetsten Chefredakteurin der Modewelt: Die Wahl-Stuttgarterin Aisata Blackman übernimmt ihre nächste große Powerrolle. In Hamburg spielt sie von Dezember an alternierend Miranda Priestly im Musical „Der Teufel trägt Prada“.
Noch ist Aisata Blackman im Stage Palladium Theater als Killer Queen in „We Will Rock You“ zu erleben. Nach der Dernière am 30. August geht es nach Hamburg – in einer Rolle, die spätestens seit Meryl Streeps Darstellung im Kinofilm Kultstatus besitzt.
Im Stage Theater Neue Flora wird Blackman von Dezember an alternierend mit Florence Kasumba die ebenso elegante wie gefürchtete „Runway“-Chefredakteurin Miranda Priestly spielen.
Für Stuttgarter Musicalfans hat die Nachricht allerdings einen kleinen Haken: Die Deutschlandpremiere eines großen neuen Stage-Musicals findet – wie so oft – in Hamburg statt. An den Süden wagt sich der Marktführer noch immer nicht.
Seit Jahren wählt Stage Entertainment für viele seiner großen Deutschlandpremieren zuerst die Hansestadt – sehr zum Bedauern der Stuttgarter Musicalfans. Dabei gehört Stuttgart mit Palladium und Apollo zu den wichtigsten Musicalstandorten Deutschlands. Auf wirklich neue Großproduktionen müssen die beiden Häuser jedoch häufig länger warten.
So nun auch bei „Der Teufel trägt Prada“: Während Stuttgart eine seiner prominentesten Musicaldarstellerinnen, einen absoluten Publikumsliebling, ziehen lässt, bekommt Hamburg die deutsche Erstaufführung.
Seit 410 Jahren ist Shakespeare tot – würde er bei „& JULIA“ in Stuttgart mittanzen?
Das Musical läuft bereits erfolgreich im Londoner West End. Erzählt wird die Geschichte der jungen Journalistin Andy Sachs, die einen Job beim Modemagazin „Runway“ ergattert und unter den nahezu unmöglichen Anforderungen ihrer Chefin Miranda leidet. Die Musik stammt von Elton John.
Dass Miranda in Hamburg von zwei schwarzen Schauspielerinnen verkörpert wird, zeigt zugleich: Die Musicalfassung will den Kinofilm nicht eins zu eins kopieren. Entscheidend sind Bühnenpräsenz, Stimme, Autorität und Charisma.
Elton John begründete die Wahl von Florence Kasumba damit, dass Miranda „Autorität, Intelligenz, Charisma und Stil“ brauche. Kasumba besitze eine außergewöhnliche Präsenz, die einen Raum sofort verändere. Diese Beschreibung trifft auch auf Aisata Blackman zu, wie jeder weiß, der sie kennen gelernt hat.
Aisata Blackman wurde dem deutschen Publikum 2012 durch „The Voice of Germany“ bekannt. Musicalfans kennen die stimmgewaltige Niederländerin mit karibischen Wurzeln unter anderem aus „Sister Act“, „Bodyguard“, „Bat Out of Hell“ und „Next to Normal“.
Besonders eng ist ihre Verbindung zu Stuttgart: 2015 kam sie für „Rocky“ in den Kessel – und lebt seitdem her. Unsere Stadt ist zu ihrer zweiten Heimat geworden, in der sie nicht nur auf der Musicalbühne zu sehen ist: Unvergessen ist ihr Auftritt der VIP-Party des „Top-Magazins“ auf dem Cannstatter Volksfest sowie beim Weihnachtskonzert des VfB in der MHP-Arena.
In Stuttgart liebt sie vor allem Landschaft und die Hügel, wie sie in einem Interview sagte. Als gebürtige Amsterdamerin ist sie eine sehr flache Landschaft gewöhnt. Ihre Rolle als Tina Turner machte sie zum Publikumsliebling in Stuttgart.
2025 wurde sie auf den Fildern zur Killer Queen in „We Will Rock You“. Nun tauscht sie Rock-Outfit gegen High Fashion und Stuttgart vorerst gegen Hamburg.
Ihr Musical „Tina“ kehrt übrigens – wie die Hauptdarstellerin – nach Hamburg zurück. Die Produktion löst im Stage Operettenhaus „Zurück in die Zukunft“ ab. Das aufwendige Zeitreise-Musical feierte erst 2026 seine Deutschlandpremiere, ist aber gefloppt und wird bereits am 14. Februar 2027 seine letzte Vorstellung spielen.
Tina Turner, Killer Queen, Miranda Priestly: Aisata Blackman, selbst eine echte Powerfrau, verkörpert starke Frauen voller Energie einfach perfekt.
27. Aug.Events
Wöchentliche Highlights, Events und Insides aus Stuttgart – kostenlos, jederzeit abmeldbar.