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Eine einzigartige Spendenbereitschaft hat die würdevolle Beisetzung der Radio-Legende Rainer Nitschke in einem Baumgrab des Waldfriedhofs ermöglicht. Es kam mehr Geld zusammen als benötigt. Jetzt legt die Initiative transparent offen, was die Bestattung kostete und wer die übrigen Spenden erhält.
Eine private Initiative hat den letzten Wunsch des am 10. Mai verstorbenen Rainer Nitschke erfüllt, ihn in seiner Heimstadt Stuttgart würdevoll zu beerdigen. Am Freitag, 7. August, fand der langjährige Moderator, der die deutsche Radiolandschaft über Jahrzehnte prägte, die letzte Ruhe in einem Baumgrab des Waldfriedhofs. Es war ein Abschied, der weit über eine Trauerfeier hinausging. Er erzählte auch eine Geschichte über Menschlichkeit, Solidarität – und darüber, wie viele Menschen einen Radiomoderator bis heute im Herzen tragen.
Nitschke, der über Jahrzehnte zu den bekanntesten Stimmen des Radios in Deutschland gehörte, sollte ursprünglich anonym beigesetzt werden. Angehörige waren nicht auffindbar. Als Uwe Bogen für EchtStuttgart dies bei seiner Recherche herausfand. entstand gemeinsam mit David Sarkar, einem langjährigen Freund Nitschkes, und dem DEHOGA-Geschäftsführer Jochen Alber die Spendenaktion „Für eine würdevolle letzte Ruhestätte von Rainer Nitschke“.
Die Resonanz war überwältigend: 11.945 Euro kamen zusammen.
Damit konnte nicht nur eine würdevolle Bestattung ermöglicht werden. Die Initiative hatte von Anfang an versprochen, transparent abzurechnen und öffentlich zu machen, was mit den Spendengeldern im Sinne des Verstorbenen geschieht.
Insgesamt entstanden Kosten in Höhe von 7.708,15 Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Leistungen des Bestattungshauses in Offenburg in Höhe von 4.324,21 Euro.
Die Rechnung des Bestattungshauses umfasst unter anderem die Abholung des Verstorbenen aus Kehl, die Nutzung einer Transporttrage, Abend- und Erschwerniszuschläge, eine Unfallhülle, das Einsargen und Versorgen des Verstorbenen, Kühlkosten für 27 Tage, die Überführung zum Krematorium Baden-Baden, einen Kremationssarg, eine Deckengarnitur sowie eine Holzurne.
HIER GEHT ES ZU UNSEREM RAINER-NITSCHKE-SPEZIAL:
Abschied Rainer Nitschke
Allein die Kühlkosten beliefen sich auf 1.350 Euro. Für die Überführung zum Krematorium wurden 290 Euro berechnet, der Kremationssarg kostete 440 Euro und die Holzurne 285 Euro.
Hinzu kamen weitere Ausgaben:
Die beiden Trauerredner gestalteten die Trauerfeier ohne Honorar.
Von den insgesamt eingegangenen 11.945 Euro bleiben nach Abzug der Bestattungskosten 4.236,85 Euro übrig.
Das Geld wird im Sinne von Nitschke gespendet: soln: dem Tierheim Stuttgart und der queeren Initiative Weissenburg.
Bei einer hälftigen Aufteilung sind das jeweils rund 2.118 Euro. Wir runden auf: 2.200.
Damit endet die Spendenaktion nicht mit der Beisetzung. Ein Teil der Solidarität, die Rainer Nitschke in seinen letzten Tagen erfahren hat, wird weitergegeben.
Beim Tierheim Stuttgart ist die Freude über die Spende groß. Pressesprecherin Petra Veiel sagt:
„Das freut uns wahnsinnig. Ist so toll.“
Sie habe die Geschichte um Rainer Nitschke verfolgt. Dass ein Mensch, den so viele gekannt hätten, anonym hätte beigesetzt werden sollen, habe sie sehr bedrückt.
Auch bei der Weissenburg stößt die Spende auf große Dankbarkeit. Stefan Willbold aus dem Vorstand schreibt:
„Das ist sehr großzügig! Vielen Dank schon mal.“
Die Geschichte habe ihn zudem persönlich überrascht. Erst in der Trauerrede habe er erfahren, dass Rainer Nitschke, der in seiner Kindheit eine Rolle in der Familie spielte, schwul war.
„Vielen Dank an alle, die sich um ihn und seine Beerdigung gekümmert haben!“, erklärt Willbold.
Rainer Nitschke war für viele Menschen nicht einfach nur ein Radiomoderator. Seine Stimme begleitete Generationen durch den Alltag. Seine Sendung „Sie wünschen, wir spielen“ mit den Grüßen ans Schallarchiv steht dabei sinnbildlich für eine Zeit, in der Radiomacher und ihre Hörer noch eine besonders enge Verbindung hatten.
Auch deshalb war die Vorstellung für viele so schwer erträglich, dass dieser bekannte und beliebte Radiomann am Ende anonym hätte beigesetzt werden sollen.
Die Spendenaktion hat gezeigt, dass Nitschke keineswegs vergessen war.
11.945 Euro sind letztlich nicht nur eine Summe. Sie sind ein Zeichen dafür, dass ein Mensch auch nach seinem Tod nicht allein sein muss – wenn andere bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau dafür steht EchtStuttgart: für mehr Menschlichkeit in der Stadt und für ein besseres Stuttgart.
Und sie sorgen dafür, dass aus dem letzten Abschied etwas Bleibendes entsteht: eine würdevolle Ruhestätte für Rainer Nitschke und eine Spende für queere Menschen und Tiere in Stuttgart
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