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NewsletterDas Wichtigste aus Stuttgart, kostenlosSpektakuläre Justizauktion im Mercedes-Museum
Vier Lamborghinis, Luxusuhren und ein VW Polo als Überraschungsstar: Bei der größten Justizauktion Baden-Württembergs wechseln am Samstag im Mercedes-Benz-Museum spektakuläre Fahrzeuge den Besitzer - alle stammen aus Strafverfahren. Am Ende stehen mehr als 2,13 Millionen Euro – zugunsten des Steuerzahlers.
Ein dunkelgrüner Lamborghini mit 780 PS, ein giftgrüner Luxus-SUV und ein gebrauchter VW Polo, der plötzlich zum Publikumsliebling wird: Im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart ging es am Samstag nicht um gewöhnliche Gebrauchtwagen. Bei der größten Justizauktion in der Geschichte Baden-Württembergs kamen 22 außergewöhnliche Objekte unter den Hammer. Das Ergebnis: mehr als 2,13 Millionen Euro.
Im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und der Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte das Stuttgarter Auktionshaus Eppli zur öffentlichen Versteigerung geladen. 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren suchten neue Besitzer. Alle Objekte stammten aus Strafverfahren. Der Erlös kommt dem Steuerzahler zugute.
Der unbestrittene Star des Tages stand auf vier Rädern, trug dunkelgrünen Lack und hatte einen Zwölfzylindermotor unter der Haube: der Lamborghini Aventador Ultimae LP 780-4 Roadster.
Das 780 PS starke Kraftpaket gehört zu den letzten Lamborghini-Modellen mit reinem V12-Saugmotor. Weltweit wurden lediglich 250 Exemplare dieser Roadster-Version gebaut. Entsprechend groß war das Interesse im Saal.
Schon wenige Sekunden nach Beginn der Versteigerung hatten die Gebote den Startpreis auf mehr als das Doppelte getrieben. Es folgte ein minutenlanges Bieterduell, bis schließlich bei 710.000 Euro der Hammer fiel. Ein Bieter im Saal sicherte sich das seltene Sammlerstück.
Doch der Aventador war längst nicht der einzige italienische Supersportwagen, der an diesem Tag für Aufsehen sorgte.
Ein Lamborghini Huracán Super Trofeo EVO II, der ausschließlich für die Rennstrecke entwickelt wurde, erzielte 225.000 Euro. Für seinen straßenzugelassenen Verwandten, den Huracán STO, wurden sogar 370.000 Euro geboten.
Auch ein giftgrüner Lamborghini Urus Performante ließ die Gebote steigen. Der besonders sportliche Luxus-SUV wechselte für 290.000 Euro den Besitzer – beinahe das Dreifache seines Startpreises.
Allein die vier Lamborghinis brachten damit zusammen 1,595 Millionen Euro ein. Ein Großteil des gesamten Auktionserlöses ging also auf das Konto der italienischen Sportwagenmarke.
Für eine der größten Überraschungen brauchte es allerdings weder 780 PS noch einen exotischen Markennamen.
Gleich das erste Los des Tages, ein weißer VW Polo V 1.2 TSI BlueMotion, entwickelte sich zum heimlichen Star der Versteigerung. Mit einem Startpreis von gerade einmal 2.000 Euro ging der Kleinwagen ins Rennen. Am Ende zahlte ein Bieter stolze 19.000 Euro – fast das Zehnfache.
Auch andere Fahrzeuge und Luxusartikel fanden neue Besitzer. Ein Audi RS6 Avant Performance erzielte 120.000 Euro. Drei Rolex-Uhren wechselten für jeweils 12.000 bis 18.000 Euro den Besitzer.
Damit zeigte sich: Nicht nur bei den millionenschweren Traumautos saß das Geld an diesem Tag locker.
Für das traditionsreiche Stuttgarter Auktionshaus Eppli war die Veranstaltung selbst nach jahrzehntelanger Erfahrung außergewöhnlich.
„Als Stuttgarter Familienunternehmen führen wir seit fast 50 Jahren öffentliche Auktionen durch und sind dabei regelmäßig mit hochwertigen Fahrzeugen, Uhren und anderen Vermögenswerten befasst, doch eine Justizauktion mit einem Angebot dieser Größenordnung und mit solch einer Zusammensetzung ist auch für uns etwas Besonderes“, erklärte Geschäftsführer Ferdinand B. Eppli.
Dass die Versteigerung ausgerechnet im Mercedes-Benz Museum stattfand, verlieh dem Ereignis eine besondere Kulisse. Wo sonst die Automobilgeschichte im Mittelpunkt steht, bestimmten diesmal Gebote, Nervenkitzel und der Klang des Auktionshammers das Geschehen.
Schon vor Beginn der Versteigerung war der Andrang im Großen Saal groß. Zahlreiche Besucher und Kaufinteressenten wollten sich das außergewöhnliche Spektakel nicht entgehen lassen.
Auch die Justiz zeigte sich mit dem Ergebnis hochzufrieden. Das ursprünglich angepeilte Ziel von zwei Millionen Euro wurde deutlich übertroffen.
„Unser Ziel war es, insgesamt mehr als 2 Million Euro an Einnahmen zu erzielen – mit einem Erlös von insgesamt über 2.130.000 Euro war die größte Justizauktion in der Geschichte des Landes ein voller Erfolg“, sagte Obergerichtsvollzieher Alexander Doster.
Besonders in Erinnerung bleiben ihm die beiden Extreme der Versteigerung: der gebrauchte Polo für 19.000 Euro und der seltene Lamborghini für 710.000 Euro. „Beides rekordverdächtig“, so Doster.
Für Stuttgart war es ein außergewöhnlicher Auktionstag zwischen Luxus, PS und Justiz. Und einer, bei dem nicht nur die neuen Besitzer der Sportwagen auf ihre Kosten kamen: Die Millionen fließen in die öffentliche Kasse.
Weitere Informationen und sämtliche Auktionsergebnisse gibt es unter www.eppli.com.
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