Zum Inhalt springen

Grand Opening am 2. Oktober

Tempus startet neu: Stuttgart bekommt einen neuen Ü30-Partyspot an der Kulturmeile


Uwe Bogen ·15. September 2026 ·5 Min. Lesezeit News

Neustart an Stuttgarts Kulturmeile: Die Fresko-Betreiber übernehmen auch das Tempus, das künftig wieder abends öffnet. Zum Grand Opening am 2. Oktober wird mit 80er- und 90er-Sound gefeiert. DJ-Legende Jens Herzberg legt auf. Und das soll erst der Anfang sein. EchtStuttgart verlost Tickets.

DJ-Legende Jens Herzberg (kleines Foto) startet einen neuen Partyspot für Ältere im Tempus, das seit November abends geschlossen war. Fotos: privat/Tempus

Lange war nicht klar, wie es mit dem Tempus weitergeht. Das Museumscafé am markanten Turm der Musikhochschule hatte im November 2025 geschlossen. Die bisherigen Pächter vom Kraftpaule, der bekannt ist für Bierspezialitäten, hatten bereits nach einem Jahr das Lokal verlassen – es fehlte an Laufkundschaft. Das Land Baden-Württemberg als Eigentümer schrieb die Gastronomie anschließend neu aus.

Nun gibt es einen Neustart – und zwar mit Pächtern, die die Kulturmeile bereits bestens kennen. Salvatore Pirone und Kamiran Mahmud, die das Fresko in der Staatsgalerie betreiben, übernehmen auch das nur wenige Schritte entfernte Tempus.

Als Tageslocation ist das Tempus – Urban Café & Location bereits geöffnet. Beschäftigte aus den umliegenden Büros und dem Landtag gehören zu den Gästen. Doch künftig soll nach Kaffee und Lunch nicht mehr zwangsläufig Schluss sein. Die Betreiber wollen das Tempus auch als Eventlocation etablieren und damit abends neues Leben an diesen Teil der Kulturmeile bringen.

Zwei Locations, ein großes Opening

Offiziell gefeiert wird am Freitag, 2. Oktober 2026. Dabei werden gleich zwei Locations miteinander verbunden: das Fresko – Café & Restaurant in der Staatsgalerie und das Tempus.

Um 20 Uhr geht es im Tempus los – dort kann man erleben, wohin die Reise mit der neuen Location gehen soll.

Neustart auf dem Killesberg: So lief die erste Nacht im neuen House-Club Park

Denn aus dem Café wird an diesem Abend ein Dancefloor.

Das Grand Opening steht ganz im Zeichen der 80er und 90er. New Wave, Synthie-Pop, Italo Disco, Indie Rock und Pop sollen Erinnerungen an jene Zeit wecken, als Namen wie Roxy, Nachtwerk und BeatClub fest zum Stuttgarter Nachtleben gehörten.

Für die Musik sorgt einer, der diese Zeit nicht aus Erzählungen kennt.

DJ Jens Herzberg kehrt mit den 80ern und 90ern zurück

Jens Herzberg steht beim Opening hinter den Reglern. Der Stuttgarter DJ begann seine Karriere 1986 und dürfte vielen Nachtschwärmern noch aus Clubs wie dem Roxy, Nachtwerk oder BeatClub bekannt sein.

Dass ausgerechnet die Musik der 80er einen wichtigen Platz im neuen Tempus-Konzept bekommt, ist kein Zufall. Die Retro-Partys in der Staatsgalerie haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie groß das Interesse daran ist. Herzberg legte bereits bei der ersten großen Retro-Party dort 2024 auf.

Warum die Musik Jahrzehnte später noch immer funktioniert? Herzberg bringt es auf einen einfachen Nenner: „Weil sie Emotionen transportieren. Und weil sie handgemacht sind.“

Zu seinen persönlichen Songs, die für ihn die 80er besonders gut einfangen, gehören „Never Let Me Down Again“ von Depeche Mode, „Electricity“ von OMD und „Gold“ von Spandau Ballet.

Im Tempus soll es allerdings nicht bei einem nostalgischen Gastspiel bleiben.

DJ-Legende Jens Herzberg, seine Frau, die Künstlerin Birgit Herzberg-Jochum, und unser Autor Uwe Bogen (von links) bei der Retro-Party in der Staatsgalerie im März dieses Jahres. Foto: Klaus Schnaidt

Zweimal im Monat feiern – und nicht erst um Mitternacht

Geplant sind künftig zweimal im Monat Partys im Tempus, bei denen Jens Herzberg und sein Co-DJ Andy Knödler  mit unterschiedlichen Mottos insbesondere ein Publikum ansprechen möchte, das in der Stuttgarter Clublandschaft nicht immer im Mittelpunkt steht: Menschen jenseits der 30, 40 oder 50, die gern ausgehen und tanzen – aber dafür nicht unbedingt bis zwei Uhr morgens warten wollen, bis eine Party richtig beginnt.

Gerade die erfolgreichen 80er-Partys in der Staatsgalerie haben gezeigt, dass es dieses Publikum gibt. Viele Gäste wollen Musik hören, die sie mit ihrer eigenen Ausgehzeit verbinden, Freunde treffen und tanzen – gleichzeitig aber einen Abend erleben, der früher beginnt und nicht zwangsläufig erst im Morgengrauen endet.

Dafür könnte das Tempus durchaus interessant sein.

Die Lage, die für einen klassischen Cafébetrieb in der Vergangenheit nicht immer einfach war, könnte bei Veranstaltungen sogar zum Vorteil werden. Das Tempus liegt unmittelbar an der Kulturmeile, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, und auch Parkmöglichkeiten befinden sich in der Umgebung.

Hinzu kommt eine Außenfläche, die bei Veranstaltungen genutzt werden kann. Beim Opening ist unter anderem eine Outdoor-Zone vorgesehen.

Vom Problemstandort zum Abendtreffpunkt?

Dabei ist der Neustart durchaus spannend. Denn ausgerechnet die Lage des Tempus war in der Vergangenheit immer wieder Thema. Zwischen Haus der Geschichte, Musikhochschule, Staatsgalerie und Landtag gelegen, befindet sich das Lokal zwar mitten in einem der bedeutendsten Kulturareale Stuttgarts – aber eben nicht mitten in den klassischen Fußgängerströmen der Innenstadt.

Für eine Gastronomie, die allein auf Laufkundschaft setzt, ist das eine Herausforderung.

Das neue Konzept versucht deshalb, aus dem Standort mehr zu machen als ein Museumscafé. Tagsüber soll das Tempus weiterhin Anlaufpunkt für Museumsbesucher, Beschäftigte und Gäste der Kulturmeile sein. Abends kann sich der Charakter verändern: Veranstaltungen, Partys und geschlossene Events sollen Menschen gezielt an den Ort bringen.

Dass Pirone und Mahmud nun Fresko und Tempus gleichzeitig betreiben, eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Zwei Gastronomien liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt und können bei Veranstaltungen miteinander verbunden werden. Genau das wird beim Grand Opening erstmals demonstriert.

Ein Stück alte Stuttgarter Ausgehkultur in neuer Umgebung

Die erste Party dürfte bei einigen Gästen Erinnerungen wecken. Auf der angekündigten musikalischen Reise stehen Depeche Mode, Heaven 17, Sisters of Mercy, Soft Cell, Yazoo, Eurythmics, Alphaville, Duran Duran, Tears for Fears, Anne Clark, Talk Talk, Simple Minds, OMD und viele weitere Namen der 80er und 90er.

Herzberg selbst erinnert sich noch an eine völlig andere Clubwelt. Über die 80er sagte er rückblickend: „Früher waren viel mehr junge Leute unterwegs.“ Clubs und Diskotheken seien Wochenende für Wochenende voll gewesen.

Auch das DJ-Handwerk war ein anderes. Manche Clubs verfügten damals über riesige eigene Plattensammlungen. „Da musstest du gar nichts mitbringen“, erinnert sich Herzberg. Heute reicht für Zehntausende Songs ein USB-Stick.

Das Tempus möchte diese Vergangenheit nicht kopieren. Die Idee ist vielmehr, das Lebensgefühl dieser Zeit in eine moderne Location zu übertragen.

Mit Lichtshow, frühem Beginn und wechselnden Partykonzepten soll ein Treffpunkt für diejenigen entstehen, die Lust auf Nachtleben haben, sich aber in einem klassischen Clubprogramm nicht unbedingt wiederfinden.

EchtStuttgart verlost 5 × 2 Tickets

Wer das neue Tempus gleich beim Grand Opening erleben möchte, kann mit etwas Glück kostenlos dabei sein: EchtStuttgart verlost fünfmal zwei Tickets für die große 80er- und 90er-Opening-Party am 2. Oktober.

Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, schickt einfach eine E-Mail an info@echt-stuttgart.de.

Grand Opening am 2. Oktober

Tickets für die Party gibt es im Vorverkauf sowie – sofern noch verfügbar – an der Abendkasse. Geburtstagskinder haben freien Eintritt.

Grand Opening Fresko × Tempus
Freitag, 2. Oktober 2026, 20 Uhr
Fresko & Tempus
Konrad-Adenauer-Straße 30, 70173 Stuttgart

Gefällt mir
Artikel teilen
Link kopiert
Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

Alle Artikel von Uwe Bogen →

Mehr von Uwe Bogen

Mehr aus News

Inhaltsverzeichnis
  1. Zwei Locations, ein großes Opening
  2. DJ Jens Herzberg kehrt mit den 80ern und 90ern zurück
  3. Zweimal im Monat feiern – und nicht erst um Mitternacht
  4. Vom Problemstandort zum Abendtreffpunkt?
  5. Ein Stück alte Stuttgarter Ausgehkultur in neuer Umgebung
  6. EchtStuttgart verlost 5 × 2 Tickets
  7. Grand Opening am 2. Oktober

Anzeige

Face of Germany – Halbfinale, 18.10.2026, MALO Stuttgart – jetzt bewerben
Newsletter

Bleib auf dem Laufenden

Wöchentliche Highlights, Events und Insides aus Stuttgart – kostenlos, jederzeit abmeldbar.

Echt Stuttgart Spezial Unsere großen Geschichten Alle Spezial-Seiten mit Hintergründen, Updates und Live-Daten an einem Ort. Zu den Specials →