Die Stimme des Südens kommt heim
Radiolegende Rainer Nitschke prägte über fünf Jahrzehnte den Rundfunk in Süddeutschland. Als die Stadt Kehl ihn mangels Angehöriger anonym bestatten wollte, deckte EchtStuttgart die Geschichte auf – und eine ganze Stadt sammelte für einen würdevollen Abschied in seiner Heimat Stuttgart.
Über 50 Jahre die Stimme des Südens
Rainer Nitschke begann seine Laufbahn als Schauspieler an der Komödie im Marquardt in Stuttgart, bevor er zu einem der bekanntesten Radiomoderatoren Deutschlands wurde. Über Jahrzehnte prägte er die Programme von SDR, SWR und WDR, zuletzt moderierte er mit großer Begeisterung beim Schwarzwaldradio – seine letzte Sendung lief nur eine Woche vor seinem Tod.
Rainer Nitschke starb am 10. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren in seiner Wohnung in Kehl-Odelshofen bei Offenburg. Sein größter Wunsch: zurückkehren in seine Heimatstadt Stuttgart, wo er nach eigenen Worten die besten Jahre seines Lebens verbracht hatte – und dort in einem pflegeleichten Baumgrab seine letzte Ruhe finden, ohne große Trauerfeier.
Fast anonym bestattet
Die Stadtverwaltung Kehl suchte wochenlang nach Angehörigen – ohne Erfolg. Ohne Angehörige drohte Rainer Nitschke eine anonyme Bestattung, weit weg von der Stadt, die er als sein eigentliches Zuhause bezeichnete. EchtStuttgart recherchierte den Fall und machte ihn öffentlich. Drei Freunde des Radiomanns reagierten und starteten eine Spendenaktion bei GoFundMe, um Überführung und Beisetzung in Stuttgart zu ermöglichen.
Eine ganze Stadt hat mitgeholfen
Die Spendenaktion ist abgeschlossen. Rainer Nitschkes letzter Wunsch wird am 7. August erfüllt.
Maffay verdankt Rainer Nitschke sein erstes großes Radiointerview 1972 in Stuttgart. Als das Spendenziel erreicht war, feierte er es bei seinem Konzert vor 11.000 Fans in Bietigheim mit einem bewegenden Abend voller Klassiker.
„Bitte nicht stören!“
Am Baumgrab wird künftig ein kleines, graviertes Schild an Rainer Nitschkes trockenen Humor erinnern. Die Idee stammt von den drei Organisatoren und den beiden Trauerrednern – alle waren sich sofort einig, dass sie perfekt zu ihm passt.
Sogar der Graveur musste lächeln, als er den Auftrag erhielt: „Das hatten wir noch nie. Und wir hatten schon viel.“
Ein letzter, stiller Abschied
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Danke, Stuttgart.
152 Menschen haben dafür gesorgt, dass die Stimme des Südens dort ihre letzte Ruhe findet, wo sie zuhause war. EchtStuttgart bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern – und bei Rainer Nitschke für über 50 Jahre Radio.
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