Echt Stuttgart Spezial

Die Stimme des Südens kommt heim

Radiolegende Rainer Nitschke prägte über fünf Jahrzehnte den Rundfunk in Süddeutschland. Als die Stadt Kehl ihn mangels Angehöriger anonym bestatten wollte, deckte EchtStuttgart die Geschichte auf – und eine ganze Stadt sammelte für einen würdevollen Abschied in seiner Heimat Stuttgart.

7. August 2026, 12 UhrBeisetzung
Waldfriedhof StuttgartBaumgrab
152 Spender:innen11.300 € gesammelt
Wer war Rainer Nitschke

Über 50 Jahre die Stimme des Südens

Rainer Nitschke begann seine Laufbahn als Schauspieler an der Komödie im Marquardt in Stuttgart, bevor er zu einem der bekanntesten Radiomoderatoren Deutschlands wurde. Über Jahrzehnte prägte er die Programme von SDR, SWR und WDR, zuletzt moderierte er mit großer Begeisterung beim Schwarzwaldradio – seine letzte Sendung lief nur eine Woche vor seinem Tod.

1972 gab er einem damals noch unbekannten Sänger sein erstes Radiointerview beim SDR in Stuttgart: Peter Maffay.

Rainer Nitschke starb am 10. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren in seiner Wohnung in Kehl-Odelshofen bei Offenburg. Sein größter Wunsch: zurückkehren in seine Heimatstadt Stuttgart, wo er nach eigenen Worten die besten Jahre seines Lebens verbracht hatte – und dort in einem pflegeleichten Baumgrab seine letzte Ruhe finden, ohne große Trauerfeier.

Rainer Nitschke
Rainer Nitschke · Foto: EchtStuttgart
Wie es dazu kam

Fast anonym bestattet

Die Stadtverwaltung Kehl suchte wochenlang nach Angehörigen – ohne Erfolg. Ohne Angehörige drohte Rainer Nitschke eine anonyme Bestattung, weit weg von der Stadt, die er als sein eigentliches Zuhause bezeichnete. EchtStuttgart recherchierte den Fall und machte ihn öffentlich. Drei Freunde des Radiomanns reagierten und starteten eine Spendenaktion bei GoFundMe, um Überführung und Beisetzung in Stuttgart zu ermöglichen.

David SarkarJournalist
Uwe BogenRedaktionsleiter, EchtStuttgart
Jochen AlberGeschäftsführer Dehoga Baden-Württemberg
Spendenziel erreicht

Eine ganze Stadt hat mitgeholfen

Die Spendenaktion ist abgeschlossen. Rainer Nitschkes letzter Wunsch wird am 7. August erfüllt.

11.300 €
gesammelt über GoFundMe
152
Einzelspender:innen, 5 € bis vierstellig
Peter Maffay
größte Einzelspende & persönlicher Dank

Maffay verdankt Rainer Nitschke sein erstes großes Radiointerview 1972 in Stuttgart. Als das Spendenziel erreicht war, feierte er es bei seinem Konzert vor 11.000 Fans in Bietigheim mit einem bewegenden Abend voller Klassiker.

Schild "Bitte nicht stören" am Baumgrab
Das Schild für das Baumgrab · Foto: EchtStuttgart
Sein Humor bleibt

„Bitte nicht stören!“

Am Baumgrab wird künftig ein kleines, graviertes Schild an Rainer Nitschkes trockenen Humor erinnern. Die Idee stammt von den drei Organisatoren und den beiden Trauerrednern – alle waren sich sofort einig, dass sie perfekt zu ihm passt.

„Den Tod muss man nicht so ernst nehmen. Wenn über das Leben der Humor bleibt, ist schon viel gewonnen.“ – David Sarkar

Sogar der Graveur musste lächeln, als er den Auftrag erhielt: „Das hatten wir noch nie. Und wir hatten schon viel.“

Die Beisetzung

Ein letzter, stiller Abschied

Freitag, 7. August 2026 · 12 Uhr
Waldfriedhof Stuttgart – Baumgrab unter einer über 100 Jahre alten Buche
Seine Urne wurde vom Krematorium Baden-Baden nach Stuttgart überführt.

Danke, Stuttgart.

152 Menschen haben dafür gesorgt, dass die Stimme des Südens dort ihre letzte Ruhe findet, wo sie zuhause war. EchtStuttgart bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern – und bei Rainer Nitschke für über 50 Jahre Radio.

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