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Stuttgarts Wahrzeichen frisch saniert

Risse weg, Glanz zurück: Der Fernsehturm ist wieder in Bestform


Echt Stuttgart 3 Min. Lesezeit News

Stuttgarts schönste Silhouette strahlt wieder: Für 1,5 Millionen Euro wurden Risse im Beton des Fernsehturms saniert und seine Außenhaut mit einer hellen Schutzbeschichtung versehen. Mit 70 Jahren glänzt unser Wahrzeichen wie einst im Mai – und darf obendrein vom UNESCO-Welterbe-Status träumen.

Der Fernsehturm erstrahlt in ganzer Schönheit. Rechts: ein Foto während der Sanierung. Fotos: ©SWR Media Services/Kai Kientz

70 Jahre alt, 216,6 Meter hoch und frisch herausgeputzt: Stuttgarts berühmtester Senior sieht wieder richtig jung aus! Der Fernsehturm auf dem Hohen Bopser hat eine aufwendige Schönheitskur hinter sich – und zeigt sich zu seinem runden Geburtstag in Bestform.

Seit Herbst 2025 wurde am Betonschaft gereinigt, repariert und neu beschichtet. Kostenpunkt: rund 1,5 Millionen Euro. Und das Beste: Das Budget wurde eingehalten. Auch das ist heutzutage fast schon eine kleine Sensation.

Endlich wieder freie Sicht auf den Fernsehturm!

Am Sonntag herrschte rund um Stuttgarts Wahrzeichen reger Andrang. Viele Besucherinnen und Besucher wollten offenbar die Gelegenheit nutzen, den frisch sanierten Fernsehturm endlich wieder ungestört zu fotografieren – ohne Arbeitsbühnen, Sanierungstechnik und die Baustellenabsperrungen am Fuß des Turms. Endlich wieder freie Sicht auf Stuttgarts beliebteste Fotomotiv!

Dass der Turm überhaupt eine Frischzellenkur brauchte, war bereits 2023 aufgefallen. Damals hatten Fachleute bei Kontrollen mit Drohnen und später auch durch Industriekletterer Schäden am Beton entdeckt. Oft waren es nur winzige Risse, teilweise mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Doch was harmlos aussieht, kann auf Dauer zum echten Problem werden: Dringt Feuchtigkeit ein, drohen größere Schäden an der Bausubstanz.

Der Fernsehturm bekommt eine „Tatort“-Hauptrolle: Mord mit Aussicht

Die gute Nachricht: Bei der Sanierung zeigte sich der Beton in erstaunlich guter Verfassung. Es mussten deutlich weniger Schadstellen repariert werden als zunächst angenommen. Allerdings entdeckten die Fachleute mehr Risse als erwartet. Diese wurden innen mit Stahlklammern gesichert und außen mit speziellen Bandagen abgedichtet. Eine neue Schutzbeschichtung macht den Turm jetzt wieder wetterfest.

Denkmalstiftung hat mitbezahlt

Kein gewöhnlicher Malerjob: Industriekletterer und Spezialfirmen arbeiteten in schwindelerregender Höhe auf Hebebühnen. Während der gesamten Sanierung blieb der Fernsehturm für Besucher geöffnet.

Finanzielle Unterstützung kam von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Sie steuerte stolze 500.000 Euro bei – rund ein Drittel der Gesamtkosten.

Von der „Bohnenstange“ zum möglichen Welterbe

Als der Fernsehturm am 5. Februar 1956 eröffnet wurde, waren längst nicht alle begeistert. „Lange Bohnenstange mit Bienenkorb“ spotteten manche über das ungewöhnliche Bauwerk. Heute wissen wir: Die Kritiker lagen ziemlich daneben.

Denn Bauingenieur Fritz Leonhardt schuf mit dem weltweit ersten Fernsehturm in Stahlbetonbauweise eine echte Architektur-Ikone. Seine Idee, einen Sendeturm gleichzeitig als Aussichtspunkt zu nutzen, wurde zum Vorbild für zahlreiche Fernsehtürme rund um den Globus.

Und vielleicht wird aus dem Stuttgarter Wahrzeichen irgendwann sogar ganz offiziell ein Stück Welterbe: Der Fernsehturm steht auf der Vorschlagsliste Baden-Württembergs für das UNESCO-Weltkulturerbe. Eine Auszeichnung wäre die Krönung einer ziemlich außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte.

Mehr über den Fernsehturm erfahrt ihr im neuen Buch von EchtStuttgart-Autor Uwe Bogen, das man unter anderem im Shop des Fernsehturm kaufen kann. Foto: Mertz

Ein Stück Stuttgart für zu Hause

Wer nach dem Besuch noch ein Stück Stuttgart mitnehmen möchte, sollte im Fernsehturm-Shop vorbeischauen. Dort gibt es neben verschiedenen Souvenirs auch das neue Stuttgart-Buch von Uwe Bogen zu kaufen. Passenderweise ziert der Fernsehturm das Cover.

Früher fast eine Million Besucher

1957, im Jahr nach der Eröffnung, strömten  930.549 Menschen nach oben. 2019 waren es 343.278, im vergangenen Jahr immerhin 281.531 Besucherinnen und Besucher.

Doch der Fernsehturm ist mehr als eine Touristenattraktion. Er ist Kindheitserinnerung, Treffpunkt, Instagram-Star und Heimat. Und wer oben steht und über den Stuttgarter Kessel blickt, versteht sofort, warum seit Generationen die Menschen, ob Touristen oder Einheimische, von dieser Aussicht begeistert sind.

Happy 70, lieber Fernsehturm. Steht dir gut, der neue Look!

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Inhaltsverzeichnis
  1. Endlich wieder freie Sicht auf den Fernsehturm!
  2. Denkmalstiftung hat mitbezahlt
  3. Von der „Bohnenstange“ zum möglichen Welterbe
  4. Ein Stück Stuttgart für zu Hause
  5. Früher fast eine Million Besucher

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